frau?

schön. gerade habe ich es mir mal wieder selbst bewiesen. nachdem ich beim aufräumen genug pfandflaschen aus allen ecken herausgezaubert habe, um damit einen zweiwöchigen urlaub in einem viersternehotel in südostasien zu finanzieren, habe ich überlegt, was ich damit mache und ob ich mich vielleicht ob der drohenden kantinen-routine (ich darf morgen wieder arbeiten, juchuu!) mal wieder an richtige nahrung gewöhnen sollte. nicht dass ich die zwangsdiät nicht gut finden würde, nein – dehydration und absolut einseitige ernährung sind als crashdiät mein neuer favorit! ich bin ja auch nur eine von digitalen zahlen beeinflusste frau.. aber bevor mich die hölle morgen im büro heimsucht, dachte ich mir, ich teste es lieber mit einer nacht puffer zu hause.

während ich überlegte, teilte mir mein gesprächspartner mit, was er denn so heute abend zu sich nehmen wollte und hey – ich bin die letzten monate sehr erfolgreich mit salat gefüttert worden, der mir sogar geschmeckt hat und mir beim verzehr nicht dauernd das gefühl gab, ich sei ein kaninchen auf zwei beinen.

ich nahm also meine flaschen und fuhr zum supermarkt, sorry, discounter, mit dem festen vorsatz mir einen feldsalat, tomaten, lauch und joghurtzeugs zu holen. achja, und was zu trinken. so sah meine einkaufliste aus, monetärer gegenwert ca. 5 euro – oder
umsonst, mit geldausgabe nach durchziehen des pfandflaschen-bons. der anblick der obst- und gemüseecke hat mich allerdings schon beim betreten des ladens heftig irritiert, es gab nämlich kurz vor ladenschluss nur noch zwei sorten salat: nach wasser schmeckender eisbergsalat und krisseliger, an den rändern brauner kopfsalat. gut, gibts eben keinen salat. was dann folgte, war mal wieder beispiellos für mein konsumverhalten:

ich hab einfach wahllos alles, also wirklich alles, was gut aussah
und garantiert nichts mit salat zu tun hatte, in meinen wagen geworfen.
gleichermaßen abgestoßen wie fasziniert von der tatsache, dass man fast
alles, was man in einen ofen stecken, auch in der mikrowelle zubereiten
kann, natürlich auch sachen, die ich bei klarem gedanken und nicht nach
drei tagen salzstangen und zwieback niemals essen würde. vielleicht
sollte ich nebenbei erwähnen, dass ich seit knapp 6 monaten in einer
wohnung wohne, deren küche nicht funktioniert – einfach nur weil ich
tagsüber im büro esse und abends komplett drauf verzichte. also wozu
soll ich den autarken herd zu dem man sich nicht runterbeugen muss und
das zwei meter entfernte kochfeld überhaupt anschließen lassen? sieht
doch gut aus, meine offene küche! und für toast hab ich nen toaster.

das
an sich ist ja schon peinlich genug, aber als ich dann an der kasse
stand und single-haushaltsübliche mengen (pro artikel) aufs band gelegt habe, deren
wesentlicher wortlaut auf der verpackung aus „NEU“ und „5% extra“
bestand, habe ich mal grob überschlagen, was mich dieser rausch im
DISCOUNTER wohl ungefähr kosten wird. das ging so schnell und die
schlange vor mir war so lang, dass ich anschließend genug zeit hatte,
mir zu überlegen, wie ich sowas wohl rechtfertigen würde, wenn ich
eigentlich eine klare aufgabe gehabt hätte: „kauf mir und den kindern
was zu essen“.

ich weiß, dass ich es kann; wenn ich zu zweit bin,
kann ich wunderbar für zwei einkaufen und wenn ich lange genug dran
arbeite, funktioniert es auch strukturiert mit
discounter/supermarkt-kombi. aber ich neige dann auch dazu, mengen
einzukaufen, die meine eltern früher samstags im supersupermarkt für
eine fünfköpfige familie in den wagen geworfen haben – nur zahle ich
heute deutlich mehr, aber gut. und ich mache es quasi alle 4 tage. ok,
KANN passieren. wenn ich nicht am finanziellen ruin meiner selbst und
anschließend natürlich an dem meines partners schuld sein will, muss er
mit mir zusammen einkaufen gehen und mich alle 1.2 meter ausbremsen.

bremst
mich jedoch niemand, kommt es dann, dass ich von der kassiererin brutal
aus meinen selbstzweifeln gerissen werde, im idealfall mit den worten
„vierdreizigachtundviiiierziiiig!!!“ pfandflaschen schon längst
abgezogen, ist klar. aua. das, was da liegt, passt in meine handtasche
rein (gut, die ist wiederrum relativ groß) und wird mit an sicherheit
grenzender wahrscheinlichkeit in spätestens zwei wochen samt
entwickeltem eigenleben in den mülleimer wandern. obst zum beispiel,
ich kauf ja parallel smoothies, weil ich zu faul zum schälen bin, aber
sieht immer gut aus in so ner offenen küche.

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