streik in der hauptstadt

heute hat sich ein nicht unbeträchtlicher teil menschen in berlin gedacht: meine arbeit ist doof und findet unter widrigen bedingungen statt! und damit mal eben den öffentlichen nahverkehr und damit auch das öffentliche leben in BERLIN (größte stadt deutschlands, sie wissen schon..) lahmgelegt. gehört habe ich davon allerdings auch erst im flieger, als ich mir die welt kompakt geschnappt habe und mich irgendwann im hinteren drittel eine riesige tabelle mit transportmöglichkeiten in berlin für den heutigen tag (und eigentlich auch für eine nicht absehbare zeit, wie man mir hinterher erklärte) anschrie. ist ein schönes gefühl, wenn man ganz langsam, aber für die uhrzeit trotzdem brutal schnell realisiert, in was für ein chaos man sich gerade mit 700 kmh hineinbewegt.

es war schon am beschaulichen karlsruher flughafen ("baden airpark" – *kicher*) ersichtlich, dass der heutige tag transporttechnisch eine katastrophe würde. ist mir aufgefallen, als ich an einer schlange nicht ganz so gut gelaunter anzugträger vorbei gelaufen bin, die um 7:45 uhr morgens am air berlin ticketschalter (nicht check-in-schalter) standen und sich über den streikbedingt gecancelten flug nach hamburg aufregten. und umbuchen mussten.

wir für unseren teil durften fliegen, mussten dann aber aufgrund eines schneesturms in berlin erst einmal 10 minuten planlos über berlin kreisen – landebahn musste noch "freigeschaufelt werden". besonders nett ist es, wenn man dann auch noch neben sich jemanden sitzen hat, der offenbar noch nie nach berlin geflogen ist und das erste mal den fernsehturm von oben gesehen hat (wahrscheinlich war sie einfach nur so total aufgeregt, so ein messebesuch mit anschließendem zoo-happening ist ja auch was feines) und sich um kurz vor neun morgens mit ihrem freund & arbeitskollegen und ihrer arbeitskollegin erstmal ganz gepflegt ne flasche prosecco reinknallt. nicht ohne mich und die 5 reihen vor uns an ihrer freude und weiteren terminplanung für heute teilhaben zu lassen, klar.

nachdem wir dann endlich irgendwann gelandet sind, ging die odysee,
die mich alles in allem heute 60 euro für ziemlich kurze taxifahrten gekostet hat,
richtig los: ewiges warten auf ein taxi und dann ewiges warten aufs
ankommen – war ja etwas voller in der stadt, da abgesehen von ein paar
privatisierten bussen gar nichts fuhr und der winter noch mal kurz vorbeigekommen ist. zu der zeit vielleicht (wieder)
noch einigermaßen erträglich, mittags gings auch (wieder) noch, ein
traum war es aber nachmittags, als dann die ersten menschen feierabend
hatten. hätte sich mein meetingpartner nicht meiner erbarmt und sich
nicht heldenhaft vor jedes an uns vorbeifahrende taxi geworfen, wäre
ich jetzt wahrscheinlich immer noch dort.

großes finale dann
beim rückflug, der logischerweise auch 45 geplante und 60 reale minuten
verspätung hatte – keine ahnung wieso, aber der mann hinterm mikro hat
es so überzeugend rüber gebracht, dass ihm jeder geglaubt hat, dass es
am streik liegt und der hass auf die ein oder andere gewerkschaft und
deren kämpfende marionetten immer größer wurde.

nun bin ich wieder zu hause, bargeldlos, deutlich später als geplant und auch nur LEICHT genervter als erwartet.

und dabei hatte ich mich beim anflug endlich mal wieder über viele häuser, viele autos und viele menschen gefreut.. und mein verständnis für die streikenden menschen, die mir ab montag mein leben als reisender mensch wieder zur hölle machen werden, wächst mit solchen aktionen nur bedingt.

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