wie oft noch?

ich hoffe erst mal gar nicht mehr. mein dritter umzug in dreizehn monaten wär dann jetzt auch quasi abgeschlossen. also nicht ganz, wär ja auch zu schön, wenn ich es schaffen würde, an einem wochenende umzuziehen, meine neue wohnung komplett fertig zu kriegen und vor allem die dienstleister fürs digitale leben mal nach meiner pfeife tanzen zu lassen..


umgezogen bin ich, weil meine superschöne pornowohnung mit angeberausblick und angeberbalkonen mal eben richtig nett angeberschimmel angesetzt hat – meine schuld, ganz klar. diese hütte hat mir dummerweise den blick aufs wesentliche bei anderen wohnungen vernebelt, irgendwann hab ich dann aber doch eine gefunden, die – verglichen mit den anderen 08/15-dingern (wahlweise mit oder ohne schwarzwaldcharme) – ganz nett ist. nachdem mein vermieter und ich uns nach anfänglichem säbelrasseln geeinigt haben (ich bleibe auch weiterhin dabei, dass ich nicht schuld an den ganzen neubaumängeln bin, will aber meine ruhe haben und lasse mich auf einen kuhhandel ein), bin ich nun also ende letzter woche umgezogen. wieder mit einem umzugsunternehmen.

als ich das letzte mal umgezogen bin (vor 6 monaten, 450 km weit), habe ich am beladetag den ganzen tag gearbeitet, bis irgendwann auch der tisch unter mir weggezogen wurde, dann hab ich meinen router abgebaut und meinen letzten abend in nrw verbracht. am nächsten tag in bw das gleiche, nur andersrum – irgendwann wurde mir einfach gesagt: „fertig, sie können einräumen“ und das hab ich dann auch gemacht. dieses mal nicht. dieses mal habe ich z.b. zwischendurch den ganzen kleinscheiß mit meinem auto selbst rüber gebracht, bin dann mit kaffee für alle zurück gekommen und durfte dann beobachten, wie die typen, die mich sowieso nicht so richtig verstanden haben, mal eben mein 2,30 hohes bücherregal in einem stück auf den lkw wuchteten. nicht, dass ich nicht vorher mit ihnen durch meine wohnung gelaufen wäre um ihnen jedes zu zerlegene möbelstück zu zeigen, nein. die anderen möbel, die noch nicht demontiert waren, habe ich dann selber auseinander genommen – entweder bevor sie in einzelteilen verladen wurden, oder nachdem sie in einem teil wieder vom wagen geholt wurden. vor meiner neuen haustür. nachdem sie festgestellt haben, dass ich bei meinen augenmaßberechnungen in sachen möbel/treppenhaus-verhältnis recht hatte, meine möbel aber bis dato bei dem versuch, den satz des pythagoras einfach außer kraft zu setzen, natürlich schon volles rohr vermackt worden sind.

bei meiner leicht überdimensionierten couch konnte ich ihnen keinen vorwurf machen, die ist einfach zu groß für das treppenhaus gewesen (also für den treppenabstand von etage zu etage), musste dann wieder raus auf die straße, dann auf den wagen zurück, dann in meine alte wohnung. mit dem wissen, das auch noch vor der brust zu haben, waren mir die hände in sachen wüste beschimpfungen natürlich etwas gebunden, als ich regelmäßig irgendwas habe scheppern (sprich zu boden fallen) hören.

naja, jedenfalls war das also irgendwann erledigt, mein auto hätte ich bei der gelegenheit auch direkt verkaufen können und ich war genauso fertig, als wenn ich den ganzen umzug alleine gehandelt hätte. nochmal kurz zur erinnerung: beim letzten mal habe ich den ganzen tag am klappcomputer gesessen und gearbeitet. und abends hab ich in einer fertig aufgebauten wohnung gesessen und nicht in etwas, was eher den eindruck von einem kriegsschauplatz vermittelt hätte.

dieses sagenumwobene, mystische frauendings um schwitzende männerkörper, die mit starken muskeln schwere sachen schleppen kann ich auch nicht in eine meiner vorlieben-schubladen reinwerfen: hatte einer der zwei vielleicht einen oberkörper, der (ohne kopf) sicherlich vor einer entsprechenden feuerstelle mit einem schmiedehammer, auf einem amboss irgendein stück stahl in form hauend, mit einem leicht feuchten, schmutzigen film bezogen irgendwie ganz nett ausgesehen hätte, hat einmal dran vorbeilaufen und dabei durch die nase einatmen ausgereicht, um derartige phantasien ad hoc platzen zu lassen. der andere konnte sich auf sein deo besser verlassen, das wars aber auch schon. gut, darum gings ja auch nicht, ich wollte einfach nur nicht selber schleppen und ab- und aufbauen, hab ich aber.

besonders gut ist, wenn man am nächsten tag dann mal in ein lokales anzeigenblättchen guckt und da das angebot: „umzug mit 3 mann und 7.5-tonner, 39 €/std“ liest. also mal abgesehen davon, dass ich wie mit dem umzugsunternehmen vereinbart um 8 uhr auf die jungs gewartet habe und sie erst um 11 angefangen haben (weil sie ja auch erst um 10:30 da waren), haben die beiden insgesamt 10 stunden gebraucht um meinen bereits in kisten verpackten haushalt von a nach b zu transportieren. zu zweit. ich meine, gut, wenn der eine nen karton rausschleppt und der andere nen leergang mitmacht um sich mit ihm zu unterhalten, KANN das auch schon mal leichte auswirkungen auf die gesamtzeit des vorhabens haben. muss aber nicht. hatte aber. okay, also für diese 10 stunden habe ich 1000 euro bezahlt und sogar ein schlechtes gewissen gehabt, weil ich dachte, das sei zu wenig. die anderen hätten zu dritt bei ähnlichem tempo wahrscheinlich nur 8 stunden gebraucht – ist aber auch vollkommen egal, weil selbst 10 stunden nur 390 (DREIHUNDERTNEUNZIG) euro gekostet hätten!!!

achso, für meine couch hab ich dann am montag noch mal einen sprinter gemietet und einen kran anrocken lassen, der das monstrum auf meinen balkon gehievt hat, was dann kostentechnisch noch mal ne nette zugabe war. und der kran war ECHT groß, meine neuen nachbarn fanden es auch total cool, dass sie mit ihrem auto nicht mehr aus der garage gekommen sind, weil davor der kran und der sprinter standen – gelungener einstieg, würde ich sagen..

gestern habe ich mich dann umgemeldet und mein auto gleich mit. zwangsläufig so schnell, weil mir die stadt, in der ich wohne, gedroht hat, mir und meinem vehikel fürchterliches anzutun, wenn ich es nicht langsam ummelde – meine alte stadt hat gepetzt. jetzt hat es auf dem kennzeichen drei löwen und nicht mehr ein wildes pony, mein auto ist jetzt offiziell aus bade-würdebearsch. toll.

und von dem stress mit der telekom erzähle ich lieber erst, wenn ich ihn auch wirklich hinter mir habe…

Advertisements

2 Kommentare on “wie oft noch?”

  1. Daniel sagt:

    So schlimm kann der Umzug ja nicht gewesen sein. Ich meine wer zur Hölle hat soviel Zeit soviel über seinen Umzug zu schreiben?!?

    Weißt ja, bin eher der zwei Zeilen leser!

  2. vizekoenigin sagt:

    ist richtig, schätzeken! aber du kennst mich ja gut genug und weißt, dass ich dir den ganzen text bei meiner wpm-rate in drei minuten abgespult hätte. schreiben kann ich mit zehn fingern blind und 280 anschlägen in der minute – hat also nicht ganz so lang gedauert. ;-)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s