shakeshakeshake, dancedancedance

„es hat mir getaugt“

unser multifunktionstool mit dem interessanten haut-zahn-kontrast im gesicht, die naddel, ist jetzt DJANE. gelernte apothekenschlampe, buchautorin, sängerin, moderatorin, schauspielerin, yogalehrerin, ex-bohlenfrau, schlagersängerin, wahlösterreicherin und nun djane. die frau kann einfach alles. zumindest glaubt sie, es zu können.

auf die frage, wieso sie nun auflegen will (große partytour durch 23 clubs), erklärt sie mit einem im ton immer grotesker weiß werdenen lächeln: „jeder, der mich kennt, weiß, dass ich gerne tanze“ und da dachte sie offenbar in einem zustand, der mit einem neurologischen blitzlichtgewitter vergleichbar wäre, sie versucht es einfach mal und es hat ihr getaugt. das ist übrigens österreichisch und heißt wahrscheinlich gefallen. da naddel ja jetzt in österreich wohnt und es sich dort zur aufgabe gemacht hat, auch unsere nachbarn mit ihren irrsinnigen my-multiple-business-plänen zu quälen, hat sie – so wie sich das gehört – nicht nur ein bisschen von der aussprache adaptiert, sondern auch ein paar wörter mit übernommen, die sie leider nicht dezent, sondern wahllos oft in ein gespräch streut. das auflegen taugt ihr, das tanzen taugt ihr und das rasenmähen in ihrem schönen garten sowieso.

naja, nun legt naddel also auf. mit einem grundsatz: keine modern talking-songs. na gottseidank. muss sie aber auch nicht, wenn sie nämlich die ganze zeit „MADONNAAA UND JUSTIN TIMBERLEEEEIJK…FFFIND ICH TOTAAL SUPER“ oder „SHAKE, SHAKE, SHAKE, DANCE, DANCE, DANCE – WOOOOHOOO“ ins mikro brüllt, hat das irgendwie was von „soundundjetztmalrückwärtsamhullygully“ oder „losefürnureineurounddafürgibtsgewinnegewinnegewinne“ und kommt damit einer kriegserklärung an die eigenen ohren ungefähr genauso gleich wie „you´re my heart, you´re my soul“ in 113 dezibel.

sie lässt sich in der einen woche von einer rosafarbenen, in der nächsten von einer schwarzen, manchmal aber auch von einer weißen limousine abholen und irgendwo hinbringen. dort, im hotel oder weiß der geier wo hat sie dann auch genügend zeit um ihre 18 cds zu sortieren, zu sichten und sich ein beeindruckendes set zusammen zu stellen.

die headphones lässig um den hals gelegt und das mikro in der hand haltend, freut sie sich dann mit kleinkindergleichem rumgehüpfe darüber, dass die ohnehin total betrunkene und musikalisch tendenziell eher nicht so anspruchsvolle masse tanzt. an dieser stelle ist offen zu lassen, welcher zustand bei der partycrowd zuerst da war. ist aber auch egal, mit genügend alkohol im blut lässt sich ja bekanntlich fast jeder zustand ertragen. vielleicht rastet aber auch irgendwann mal jemand aus und wirft irgendwas, was gerade greifbar ist, nach ihr. im dümmsten fall trifft er dann aber wahrscheinlich einen der zwei männer, die während der reportage die ganze zeit neben naddel gestanden haben und den eindruck vermittelten, als ob sie den eigentlichen job machen würden: krach auflegen, während frau tausendsassa ihre ungebremste euphorie dem publikum mitteilt und währenddessen gedanklich wahrscheinlich schon bei der nächsten schwachsinnsidee ist.

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2 Kommentare on “shakeshakeshake, dancedancedance”

  1. zaubaer sagt:

    Ich habe den Bericht nun nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass mir diese Lektüre weitaus mehr Spass bereitet hat, als es das Fernsehen gekonnt hätte. Danke dafür! :)

  2. vizekoenigin sagt:

    danke gleichfalls und das hoffe ich doch, sonst hättest du dich nämlich beim lesen auch fast übergeben müssen. ;-)


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