Dienstleisterdomina

Es gibt Dienstleister und Agenturen, die sind gut, machen das, was sie machen sollen und wofür sie bezahlt werden und das machen sie auch noch gut. Davon gibt es nicht viele. Und es gibt wiederrum welche, die können das nicht. Solche Agenturen legen Konzepte vor, die auf den ersten Blick erstmal besonders toll erscheinen, versprechen einem Gottweißwas dazu und nicken besonders laut, wenn die Auftragsvergabe unsererseits an Bedingungen geknüpft ist: „Ja, Frau Vizekönigin, das ist schon safe, machen wir.“

Im Prinzip ist das alles nicht neu. Neu ist auch nicht, wenn man aufgrund persönlicher Empfehlungen, die auch noch aus dem eigenen Haus kommen, solchen Vögeln mit einem besonders guten Gefühl aus der Hand frisst – hat ja damals bei xy auch so gut geklappt. Und die Referenzen sprechen ja eigentlich auch für sich. Die eigenen Bedenken wegen vollkommen bescheuerter Ideen, die nebenbei auch mal ganz nonchalant ein wunderschönes Eigentor werden könnten, werden vom Chef großzügig aus dem Weg geräumt und man vergisst, dass man selbst vor nicht allzu langer Zeit selber Teil des Agenturlebens war und die Zeit scheinbar noch nicht so lang her ist, wie das letzte Aufdienasefallen des Oberentscheiders. Sonst könnte man ja noch mal laut STOP rufen! Irgendwie vertraut man doch immer wieder dem erfahreneren Menschen neben einem und nimmt das alles hin, auch wenn dabei schon so viel Geld drauf gegangen ist, dass man nun kaum noch welches hat, um die Ideen von guten Dienstleistern umzusetzen. „Wir sind gerade dabei, das zu koordinieren, das läuft.“ – aha. Genau mein Spruch, wenn ich Zeit gebraucht habe um die möglichst großzügige Rede vorzubereiten, in der ich meinem Kunden erkläre, warum wir irgendwas nicht auf die Kette gekriegt haben. Als ich ANFÄNGER war.

Und dann gibt es Meetings, in denen soetwas besprochen wird. In denen ich an mich halten muss, damit aus Sarkasmus und Ironie nicht eine Eskalation wird. Hat weitestgehend geklappt heute. Weil der Kopf neben mir reguliert hat. Meine Kollegin zu beruhigen war sicherlich schwieriger, als mich vor der Explosion zu bewahren – und ich hatte exakt diese Diskussion schon ein paar Mal. Mit allen Ausflüchten, Ablenkungsmanövern, Ausreden und selbstverständlichen Deadlineverschiebungen. Mein besonderer Liebling in solchen Gesprächen: „ja aber“.

Eigentlich habe ich unsere Dienstleister im Griff. Weil ich auch als Kunden-Projektleiterin eigentlich sehr einfach zu handeln bin und nur dann die Kundin, die das Geld reinwirft, raushängen lasse, wenn ich wirklich, wirklich sauer bin. Ich war schließlich auch mal auf der anderen Seite und weiß, wie nervig Kunden sein können. Bei manchen passiert das erschreckend oft und schnell, lässt sich aber erwiesenermaßen mit ganz einfachen und für den Dienstleister wirklich unstressigen Mitteln aus der Welt schaffen. Bei manchen offenbar nicht.

Und nun geht der ganze Spaß wieder von vorne los. Ich bin gleichermaßen gelangweilt wie gespannt.

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