Goodbye Summer. Hello Winter.

Weiß nicht ob Herbst zu viel verlangt ist, aber den haben wir offensichtlich mal ganz nonchalant übersprungen. Fühlt sich zumindest so an. Stiefeletten, Socken, Pullover, Jacke, Schal und trotzdem noch frieren, auch bei Sonnenschein. Und ja, ich bin eine Frostbeule und friere sofort und vielleicht auch etwas mehr und unbegründeter als andere Frauen. Aber alle anderen im Büro haben auch gefroren heute und so ähnlich ausgesehen wie ich. Um 19 Uhr hatte ich das Gefühl, es würde dämmern, um 20 Uhr war es quasi dunkel. Meine Winterdecke hab ich heute morgen rausgelegt, damit ich heute Nacht nicht wieder erfrieren muss.

Aber was soll´s, dafür war der Sommer gut. Irgendwann muss man mal aufhören, als ewigen Maßstab den Sommer 2003 zu nehmen, das wird ja schon fast zu einem Zwang in diesem Land. Wenn man darüber hinweg ist, gehts auch sehr gut mit weniger lebensverneinenden Temperaturen über brutal lange Zeiträume. Ich hab es zwar geschafft, an fast jedem Highlight-Wochenende immer genau da zu sein, wo das Wetter schlechter ist als zu Hause (oder ich war zu Hause und das Wetter war woanders besser) und hab natürlich auch rumgenörgelt, weil es relativ häufig extrem stark geregnet hat, aber nörgeln geht ja auch schnell und im Jammern auf hohem Niveau bin ich ohnehin Weltmeister. Wenn man den Sommer hier unten mal mit den Versionen im Norden und im Westen vergleicht, sollte man einfach mal den Rand halten und sich über knapp 600 Stunden Sonne freuen – teilweise kurz vor 40 Grad am Mittag, das Highlight waren 26 Grad morgens um 9 Uhr. Und sonst so?

  • Ich hab noch nie in meinem Leben derartige Schwierigkeiten gehabt, mich anzuziehen, weil ich nicht dauernd in Flipflops ins Büro gehen kann und bei offiziellen Sachen im Büro Anzüge und nicht Röcke oder Kleider trage.
  • Um mal etwas für mein ökonomisches und ökologisches Bewusstsein zu tun, habe ich mir ein Fahrrad gekauft und bin damit auch oft und gerne zur Arbeit gefahren und habe dabei etliche Liter Wasser verloren.
  • Gegrillt habe ich zweimal auf meinem Balkon. Und bei schokodinatorin und dotdean.
  • Die Fußball EM. Sehr emotionales Ding.
  • Es gab keinen Sommerurlaub, dank der Fahrradfahrerei sahen meine Arme aber trotzdem konstant nach Urlaub aus.
  • So ziemlich jede geplante Fahrt an irgendeinen See in der Nähe musste aus irgendwelchen Gründen gestrichen werden. Bis auf eine.
  • Nachts bin ich um Millionen Nacktschnecken Slalom gelaufen, meine Nachbarin hat sie tagsüber mit ihren Gummischuhen einfach totgetreten. Die haben ihr selbst angebautes Futter zerstört, da wächst schon mal Hass.
  • Einmal habe ich nachts mit Blabbermouth auf dem Balkon gelegen und den Sternenhimmel beobachtet. Er hat bis dato keine Sternschnuppen gesehen.
  • Wir haben ein nicht ganz unwichtiges Projekt gelauncht – 5 Monate nach geplantem Going Live und im Bilderbuch-Sommerloch. Hat trotzdem geklappt.
  • Mein Privatleben hat für mich höchst erstaunliche Wendungen genommen. Sehr schöne Wendungen. Und es kommen noch viel mehr ab jetzt und ich freue mich drauf.
  • Im Sommer fliegen und kriechen hier ganz merkwürdige Tiere rum. Und Riesenspinnen.
  • Der Umzug aus dem Rebland heraus war gut, ich muss mich bislang nicht mit Fruchtfliegen herumschlagen.
  • Auch wenn das nicht meine erste Dachgeschosswohnung ist, muss ich beim Unterschreiben des Mietvertrags wohl vergessen haben, dass der Sommer in einer Dachgeschosswohnung ungefähr 10 Grad wärmer ist als draußen.
  • Da ich den Umgang mit Dachfenstern auch aus meiner vergangenen Miethistorie nicht gewohnt bin, habe ich regelmäßig mein Bett und mein Sofa geflutet – geregnet hat es ja wenn dann auch echt ordentlich.

Und auch wenn sich das größtenteils wieder nach Rumgenöle anhört: der Sommer war großartig und ich hab ihn genossen.

Und doch freue ich mich auf kühlere Jahreszeiten, darauf, dass zum Beispiel die Schuhprobleme jetzt zumindest – rein logisch betrachtet – vorbei sind, ich hab nämlich deutlich mehr geschlossene Schuhe als Sandalen. Außerdem hab ich mir die absoluten Killerstiefel gekauft. Als Mensch mit Jacken- und Jeanskaufproblem (also abgelegtes Problem, aber das jahrelang erarbeitete Resultat hängt in meinem Schrank und will auch raus) ist mir mit niedrigeren Temperaturen auch mehr geholfen. Ich werde sehrsehr bald nicht mehr alleine wohnen, was zum einen natürlich grandios für mein Herz und meine Seele ist und mich zum anderen sehr entspannt auf die Zeit zugehen lässt, die letztes Jahr der reinste Horror für mich war. Der Herbst in einem Kaff wie diesem hier, im Niemandsland sozusagen. Und ich werde sehr bald 30. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich schmeiß dann mal die Heizung an.

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6 Kommentare on “Goodbye Summer. Hello Winter.”

  1. konna sagt:

    Insgesamt doch ein sehr positibes Resümee. :)
    Im Prinzip kann ich mich auch nicht beschweren. Ich hatte zwar viel zu tun und bin letztlich zu weniger gekommen als ich mir vorgenommen hatte, aber immerhin hatte ich eine wunderschöne Urlaubswoche in Dänemark mit größtenteils gutem Wetter. Und mit 2003 vergleichen ist mittlerweile nun wirklich nicht mehr. Im Vergleich zu 2007 wars aber erheblich besser! :D

    Ich finds zwar schade, dass es morgens erst später hell wird und abends früher dunkel, aber man gewöhnt sich dann und das ändert sich ja auch wieder. Das ist ja das schöne an den Jahreszeiten. ;)

    Wünsche dir einen Herbst (wenn er sich denn doch noch vor den Winter drängelt), der so schön wird, wie der Sommer war. :)

  2. bemme51 sagt:

    madame – eins vorneweg – der, der „bis dato keine Sternschnuppen gesehen“ hat ist bei diesen temperaturen klar im vorteil – und ihre beste wärmequelle….

    herrjeh – ich bewundere sie – nacktschneckenslalom. die neue trendsportart.

    aber hey, eigentlich wollte ich bemerken – it ain´t over ´til it´s over. willsagen – noch hab ick die kurzen hosen nicht im schrank. so. basta. quasi ein „esistimmernochsommerfürmichbasta“.

    ps.: damn. war das heute morgen frisch an den knien…

  3. Blabbermouth sagt:

    madame – eins vorneweg – der, der “bis dato keine Sternschnuppen gesehen” hat ist bei diesen temperaturen klar im vorteil – und ihre beste wärmequelle….

    Herr Bemme – war das eine Anspielung auf meine Fettleibigkeit? ;-) *hehe*

  4. vizekönigin sagt:

    @blabber das gleiche wollte ich auch gerade fragen.. :-D

    @bemme51 du hast keine ahnung, wie sehr ich bei temperaturen unter 20 grad frieren kann, ich erschrecke mich da manchmal vor mir selbst. aus reinem winterprotest weiterhin mit flipflops rumzulaufen, wäre vor allem für meine umwelt die hölle.. auch für die nacktschnecken.

    @konna das gleiche wünsche ich dir auch, danke! :) aber sag mal – ist es denn so richtig warm in dänemark? weiß ja nicht..

  5. konna sagt:

    Naja, an der Küste sehr maritim das Klima. Als ich da war, wars die meiste Zeit recht warm, so zwischen 25-30 Grad. Und im Meer konnte man schön schwimmen, das hatte sich auch gut aufgewärmt. :)

  6. Curi0us sagt:

    Klingt doch am Ende ziemlich gut. Schön. Freut mich für dich – ich sag ja auch immer „gute Laune ist besser als schlechte!“. :-)

    Und das mit der Sternschnuppe könnte man über mich auch behaupten. Letztes Jahr zwei Nächte im schweizer Nirgendwo rücklings auf der Suche nach Sternschnuppen verbracht (nagut und in sehr angenehmer Gesellschaft und nicht ausschließlich auf den Himmel guckend)… Und nix kam.

    Und das mit dem 30…. wie soll ich sagen… auf dieser Seite des Zauns isses auch schön :-) Und so groß ist der Unterschied davor/danach eigentlich auch nicht.


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