Entzugs-Tagebuch

Ich habe mich dazu entschlossen, mein Aufhören hier zu dokumentieren. Beim letzten Mal gab es das Blog noch nicht, ich habe nur hier und da zwar darüber getwittert. Als ich schwach wurde, hat es im Grunde genommen niemand mitbekommen und ich musste mich vor niemandem rechtfertigen. Hier ist es etwas anders, vor Publikum zu versagen ist schon eine andere Nummer – insbesondere wenn Familie und enge Freunde zum Publikum gehören. F1owb3nach hat sich gestern Abend ebenfalls dazu entschieden, aufzuhören – falls sonst noch jemand mitmachen will, können wir gerne eine Online-Selbsthilfegruppe gründen. Und F1owb3nach: doof das man bei dir nicht kommentieren kann. Falls ich also mal eine Frage an dich haben sollte, muss ich jetzt darauf bauen, dass du hier mitliest.

Nachtrag zu gestern: der Tag war etwas unangenehm, ich bin aber sehr überrascht, dass es doch so gut geklappt hat. Ab und zu hab ich mich komisch gefühlt und ich dachte, das Schlimmste würde erst kommen, wenn wir abends auf der Couch oder am Rechner sitzen würden, es war aber überhaupt nicht schlimm. Vor allem gemessen am Liebsten, der mit fortlaufender Zeit immer gereizter wurde. Je schlechter seine Laune wurde, desto einfacher wurde es für mich. Irgendwie nicht besonders nett, aber daran kann ich nichts ändern. Für ihn war es verständlicherweise zu schnell, zu plötzlich, zu spontan, er hatte zu wenig Zeit um sich darauf einzustellen. Für mich ging es nicht anders: ich habe schon ein paar Mal geplant „ab morgen aufzuhören. Oder Donnerstag. Ach nee, Sonntag – Freitag ist ja noch ne gute Party und Samstag vielleicht auch.“ Und diese Selbstverarschungs-Hinhaltetaktik habe ich jetzt 10 Monate durchgezogen, deswegen musste es etwas spontaner sein.

Und bis jetzt geht es ganz gut. Gelegentlich will ich rausgehen und rauchen – ob das am Nikotin-Entzug oder an der Gewohnheit, mit meinen Kollegen mitzugehen liegt, kann ich gerade nicht sagen. Erst wenn mir dann einfällt, dass ich ja seit gestern Nichtraucher bin, werde ich kurz etwas hibbelig, kriege das aber erstaunlich schnell in den Griff. Sogar weitestgehend ohne als Ersatz tonnenweise Süßigkeiten in mich reinzustopfen.

Advertisements

4 Kommentare on “Entzugs-Tagebuch”

  1. Blabbermouth sagt:

    Je schlechter seine Laune wurde, desto einfacher wurde es für mich.

    Bitteschön.

    Für ihn war es verständlicherweise zu schnell, zu plötzlich, zu spontan, er hatte zu wenig Zeit um sich darauf einzustellen

    Wenn Du mitten im Skype-Dialog darüber informiert wirst, dass soeben die letzte Ziggi geraucht wurde und damit sowieso klar weißt, dass Du mitziehen musst (schließlich wohnt und lebt man zusammen!), dann finde ich, dass das schon etwas mehr Spontanität ist, als man eigentlich denken sollte.

    Und diese Selbstverarschungs-Hinhaltetaktik habe ich jetzt 10 Monate durchgezogen, deswegen musste es etwas spontaner sein.

    Wir kriegen das schon hin – mir gehts heute viel besser als gestern. Allerdings hab ich es schon mehrmals für längere Zeit geschafft, jedoch nie für immer…

  2. Spontaneität hin oder her… ich find das tolen Quatsch, Frau Vizekönigin… :)

    Also, nur um hier mal meinen unqualifizierten Senf dazu abzugeben…

    Ich habe bis heute nicht komplett aufgehört zu rauchen, aber ich kaufe mir unter der Woche keine Kippen mehr. Das bedeutete anfangs, dass ich mir immer welche schnorren musste, was mir dann aber zu doof wurde, also rauche ich seitdem werktags nicht mehr, solange mir keiner eine gibt… ganz einfach.

    am wochenende kauf ich mir dann eine schachtel und da die halbe welt dann bei mir schnorrt, ist das auch nicht so schlimm, werden dann vielleicht 10 kippen am wochenende. ganz aufhören ist immer so ein zwang und versaut einem die tage komplett… und die vom partner halt auch…sanfter entzug ist viel einfacher. heute rauch ich nur noch am wochenende oder wenn mir eine anbietet, was nicht wirklich vorkommt :)

    also im schnitt sagen wir nicht mal 1 zigarette / tag, übers jahr gesehen. könnt ich auch bleiben lassen. :;)

  3. f1owb3nach sagt:

    Tatsächlich keine Kommentarfunktion wenn man nicht registriert ist. Sorry, aber die Soup ist mir trotzdem lieber als WordPress und ich habe dein RSS-Feed :-)

  4. Manuel sagt:

    Das wichtigste ist doch eigentlich, dass man es wirklich wollen muss. Ich denk mal, dass ist auch blabbers Problem immer gewesen, oder? Wenn man nicht wirklich will, dann hats auch keinen Sinn es zu versuchen.
    Bei mir hats nach etwa 15 Jahren aber auch geklappt. Von heute auf Morgen (am 06.10.2007 gabs die letzte ;o) )


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s