Der Copa Room, das Bloom und die Nominierung

Ich will ja eigentlich gar nicht so oft und so viel auf die Sendung „Mein Restaurant“ eingehen, auch wenn sich meine Aufgeregtheit bei den bisherigen zwei Nominierungen mittlerweile auf eine bedenkliche Art und Weise zeigt. Aber nun ist es halt so: unser Favourite, der Copa Room, ist nominiert worden. Und das Bloom in Berlin ebenfalls.

Die Nominierung vom Bloom ist auf ganz besondere Weise tragisch, da das Essen vom Kritiker die meisten Punkte bekommen hat, dafür stimmte aber ansonsten gar nichts. So läuft das da schon die ganze Zeit: ein hochqualifizierter Koch mit sichtlich bemühtem, aber selbst bei totaler Tisch-Unterbelegung überfordertem Personal und einem Chef-Team, das offenbar immer noch in der „Davon haben wir schon immer geträumt“-Lethargie gefangen sind und immer nur melancholisch durch die Gegend schweben.

Im Copa Room war alles besser als das Essen und – so leid es mir tut – auch mit voller Besetzung ändert das nichts an der von ihm kritisierten Speisekarte. Zwei Köche mehr machen eine Colasauce nicht weniger experimentell und das Problem mit dem Service hat der großväterlich erzählende Kritiker Jürgen Schiller gut zusammengefasst: toll, aber zu langsam. So haben wir es auch in Erinnerung. Um aber nochmal zum Essen zurück zu kommen: wir fanden die Karte super und das Essen auch.

Nun kann man aber darüber streiten, ob eine Farbe „Rote Bete mit Crème Fraîche“ an der Wand genug Grund zur Beanstandung des Ambientes ist oder eher einfach nur eine Geschmacksfrage in einem Generationenkonflikt. Weiße Tische passen in den Laden einfach nicht rein, durchsichtige wären auch suboptimal. Silber ginge vielleicht, weiß ich aber auch nicht – ist ja auch nicht mein Restaurant. Ich mag die schwarzen Tische ja, nicht zuletzt weil sie auf Hochglanz poliert sind. Vollgekleckerte weiße Tischdecken sind nicht mein Ding.

Alles in allem ist das ganze Thema höchst subjektiv zu betrachten, jedes einzelne Nominierungs-Kriterium ist irgendwie Geschmacksache, auch wenn Jürgen Schiller eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist und die Sachen ganz anders zu bewerten weiß, als es die eigentliche Jury oder Ottonormalrestaurantbesucher tun würde. Nicht zuletzt auch daran zu sehen, wie die Jury letztens und er jetzt nominiert hat. Oder wir.

Ganz ehrlich (und nicht überraschend), wir sind nach wie vor bei Bita und Kay. Ich bin auch guter Dinge dass es klappt, da Lena und Martin sich im Laufe der Sendung kaum weiterentwickelt und leider Gottes auch nicht als Sympathieträger herausgestellt haben. Chefkoch Robert kämpft zu allem Unglück alleine an seiner Front, zwar in der Kategorie, bei der die meisten Punkte herausgeholt werden können, aber die trotzdem nur eine Kategorie von vier – oder im aktuellen Fall – von fünf ist. Dass er in dieser Kategorie auch noch die meisten Punkte nach Hause bringt, ist irgendwie.. Noch nicht mal Glück im Unglück, sondern einfach nur traurig. „Lena und Martin haben den Laden nicht verdient, er schon“ – sagte die Ex-Restaurantleiterin bei ihrem Abgang. Recht hat sie. Und hey, ich bin kein Menschenhasser, der anderen Menschen nichts gönnt – auch für sie würde es mir leid tun. Trotzdem. Das Restaurantleben ist schließlich kein Ponyhof.

Müssen wir Bita und Kay jetzt wieder viel Glück wünschen? Nein, eigentlich nicht. Tun wir ja permanent. Ach komm – für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr hier drüber stolpert: Viel Glück, ihr schafft das! Euer Copa Room rockt, muss einfach bleiben und hat auch das Zeug dazu, den ganzen Driss zu gewinnen!

(Mit deutlich weniger Blabla hat der Liebste das mal auf den Punkt gebracht ;-))

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