Tribute to Bambi

Der Horror wäre dann jetzt überstanden. Das hysterische Wasziehichan im Vorfeld, die Logistikfrage und die Tribute to Bambi-Party mit vizeköniglichem Auftritt meinerseits. ENDLICH.

Ich hätte ja gestern hingehen und die ganzen Promis fotografieren und hier breittreten können, davon gab es da genug. Germanys Next oder Almost-Next Topmodels, Künstler jedweder Couleur, Jungschauspieler von GZSZ, alte Showbiz-Hasen, Ex-Supersportler, Supersportler, wichtige Medien- und Wirtschaftsmenschen. Hab ich aber nicht. Weder so, noch mit mir, noch mit irgendjemand anderes zusammen. Ist nicht mein Ding und dafür gibts ja schließlich Bild-Reporter. ;-) Von mir gibts nur einen persönlichen Rückblick.

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Und das hier war mein Outfit:

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HA! Glaubt ihr ja wohl selber nicht, dass ich jetzt auch noch Fotos von mir und meinen Klamotten hier reinhaue! :-D

Also: nachdem ich 2x meinen Friseurtermin hin- und hergeschoben habe (ich bin nicht in der Lage, meine Haare anders als offen oder mit Pferdeschwanz in Form zu bringen), hab ich wieder einmal feststellen müssen, dass es auch für einen Profi ewig dauert, um meiner Matte Herr zu werden. Nach einer Stunde hatte ich dann noch genau 40 Minuten Zeit um mich fertig zu machen – Fahrt nach Hause inklusive, geduscht hatte ich in weiser Voraussicht, nach der hektischen Suche nach meiner Einladung schon. Wie ich das immer schaffe, weiß ich auch nicht so genau, aber es hat geklappt, genauso stressig und punktgenau wie bei der Sensation White in Amsterdam, bei der ich nach meiner Landung am Flughafen erstmal noch knapp 30 Minuten im hiesigen H&M-Shop nach weißen Accessoires gesucht habe, bis mir aufgefallen ist, dass der Shuttle in 40 Minuten los fährt. Andere Geschichte.

Irgendwann bin ich mit meinen tragbaren Waffen hier angekommen, habe noch eine Kollegin und Schoki dazu gezwungen, mir zu sagen, welche Schuhe ich nun anziehen soll und bin mit dem Paar, für dass ich die letzten 6 Tage so einen Aufriss gemacht habe, in den Shuttlebus gestiegen. Dieser hat uns dann in den Europapark gebracht und an einer Bushaltestelle jenseits des Doms rausgelassen, d.h. ich durfte erstmal auf 12 cm durch die Kälte stöckeln, während der Rest der Welt in Bambi-exklusiven Mercedes E-Klasse-Fahrzeugen direkt bis an den Eingang gefahren wurde. Hätte mit einem Bus allerdings auch echt bescheuert ausgesehen. Nichtsdestotrotz wäre es für meine Füße angenehmer gewesen.

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(danke fürs Foto, dotdean)

Nach Ausweis-Check und Garderobe sind wir 10 Meter gelaufen und dann muss man sich das so vorstellen, wie einen ICE, der fährt, plötzlich stehen bleibt und die ganzen Wagen hinter der Lok aus den Gleisen springen: die zwei vordersten von uns sechs blieben vor Schreck stehen, als sie vor einem roten Teppich standen, der rechts komplett mit Fotografen gesäumt war und alle anderen liefen auf. Sehr lustig, vor allem dann noch Contenance und Balance zu bewahren – auf 12 cm, gerne nochmal. Also kurz sammeln und die 20 Meter runterrennen, uns wollte ja eh keine Sau fotografieren, passt schon. Wir sind dann mit sturem, geradeausgerichteten Blick nach vorne gelaufen, kurz bevor wir endlich das Ende erreicht haben, haben sich noch ein, zwei uns persönlich bekannte Fotografen den Spaß erlaubt, unsere Namen und „HierHierHier, einmal gucken“ zu rufen. Gut, das ist jetzt nicht so unangenehm wie „WEGWEGWEGPLATZMACHENWEIIITEEER“, so wie es andere Kolleginnen hören durften, weil sie zeitgleich mit irgendeinem Promi den Gang entlang gelaufen sind, aber man neigt ja dazu, es zu ignorieren – was dann auch eine suboptimale Wirkung hat. Alles in allem hat es schon was, über einen roten Teppich zu laufen und plötzlich alle Fotografen beim stumm werden zu beobachten – man darf nur nicht vergessen, dass das keine Anerkennung für umwerfende Schönheit ist, sondern nur daran liegt, dass man unbekannt, unspektakulär und für damit die Fotografen todlangweilig ist. Kein „Celebrity“ eben.

Drinnen war dann genau das, was ich erwartet habe: ohne Ende Menschen, einer schöner, toller und wichtiger als der andere, die Frauen fast ausnahmslos in Party-Outfits (ich hab im Anzug dann doch eher exotisch ausgesehen), jeder nippte an seinem Drink, quatschte ein bisschen, rauchte (ja, war drinnen erlaubt) und aß ein Häppchen. Der Champagnerverbrauch gestern Abend lässt sich von mir nicht, von den Veranstaltern sicherlich in schwindelerregender Höhe messen.

Moderatorin Barbara Schöneberger führte mit viel Ironie und Charme durch die Charity-Veranstaltung (zugunsten armer Kinder hier im Ortenaukreis) und nachdem allen für wirklich lobenswert viel Geld gedankt war, kam das erste Show-Highlight Leona Lewis auf die Bühne und sang ganze zwei Lieder. Weiß nicht, ob ich dafür direkt 8 Background-Sänger mitgebracht hätte, aber nun gut – ist ja auch nicht mein Auftritt gewesen.

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Später kam noch Robyn, die wollte offensichtlich ein bisschen mehr singen – dummerweise konnten die meisten anwesenden mit ihr nicht so viel anfangen wie mit Leona Lewis. Ich find Robyn saucool, Robyn war auch saucool, hatte das kürzeste Kleid des Abends an, war aber SO schnell nach ihrem Auftritt von der Bühne verschwunden, dass man hätte meinen können, sie wäre gar nicht da gewesen.

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(und nochmal danke, dotdean)

Tja und dann haben wir da rumgestanden, geredet und anderen Leuten beim tanzen zugesehen. In Szene setzen trifft es vielleicht besser, da immer nur dann getanzt wurde, wenn ein Fotograf draufgehalten hat. Der meistfotografierte Mensch des Abends war definitiv Jogi Löw, der nirgendwo stehen konnte, ohne dass sich ad hoc eine Fotografentraube um ihn herum bildete – bei ihm hatte auch sonst niemand Hemmungen, sich mit ihm vor irgendeine Linse zu drücken, der arme Kerl. Die – soweit ich das überblicken konnte – am schlimmsten angezogenen Frauen waren Barbara Meier (GNTM), die in ihrem nude-farbenen Kleid ihre, dank der Haarfarbe für immer zu sehr vornehmer Blässe verdammte Haut mit diesem Kleid eins werden ließ und der pinkgewordene Abendkleid-Albtraum Gina-Lisa (ebenfalls GNTM, wenn auch nur beinahe), aber das war jetzt nicht wirklich eine Überraschung. Etwas amüsiert war ich über Hanna (Na? GNTM natürlich), die den ganzen Abend lang wie ein Ichweißnichtwas von Armin Morbachs Hand hinter Armin Morbach hergezogen wurde, egal, wo er hinging. Sie sah schon so aus, als hätte sie Spaß dran – hatte ich auch, hatten wir also alle.

Nach vier gefühlt endlosen Stunden konnte ein Teil von uns endlich in den gebuchten Shuttlebus steigen und nach Hause fahren. Gefühlt endlos nicht, weil ich mich so gelangweilt oder die Party so schlimm gefunden hätte, sondern weil ich die Tortur, der ich meine Füße ausgesetzt habe, mit schlimmsten Schmerzen bezahlen musste. Fing unter dem Ballen an und endete im Lendenwirbelbereich, hat auch erst vor einer Stunde aufgehört, weh zu tun. Aber die Treter haben direkt zu ihrer Premiere bei mir einen roten Teppich gesehen, immerhin.

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So und heute ist ja das richtige Trara, wo Ottonormalprojektleiter auch nicht mehr hin darf, wo die ganz großen Menschen hin kommen, für die auch das goldene Buch der Stadt Offenburg aufgeschlagen wird. Hier im Büro schmeißen sich die paar auserwählten Redakteurinnen gerade in ihre Abendkleider und frisieren sich und gleich ist dann richtig Hollywood im Schwarzwald angesagt. So ein bisschen zumindest. Ein bisschen Bambi gab es heute aber auch für alle, soll sich ja niemand benachteiligt fühlen:

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6 Kommentare on “Tribute to Bambi”

  1. Alf sagt:

    da ist ja ein Zacken aus der Krone gefallen ;Spende -(Bild1)

  2. muenki sagt:

    Wunderbar, zu welch´ erlesenem Kreise du gestern Abend zähltest! Bei „After-Show-Parties“ frage ich mich auch stets, warum sich alle so reserviert fehl am Platze fühlen. Das „Fußvolk“ tuschelt, die Promis lassen sich begutachten und längst vergessene Persönlichkeiten bringen sich wieder ins Spiel. War Herr Türck auch da?
    Amüsant war bei mir lediglich mal mein Besuch eines Atershow-Pissoirs mit Jamiroquai.
    Was sagt die stilvolle Lady zum Outfit von „Madonna Spears“, und hat Uschi Glas ihre entglittene Miene wieder gefunden?
    Liebe Grüße, Michael

  3. vizekönigin sagt:

    @Alf *grins*

    @Michael Kann ich dir alles nicht so richtig beantworten, weil ich nicht gestern beim Bambi selber war, sondern bei Tribute to Bambi – SO erlesen dann nun doch nicht. ;-) Und im Fernsehen hab ich das auch nicht so richtig verfolgt, schließlich kam Law & Order New York – man muss auch mal Prioritäten setzen. Britney habe ich nur gerade in irgendeiner hundertteiligen Klickshow gesehen – ach ja, was soll ich sagen.. Es ist halt Britney, sie sah wieder gesund aus, das ist ja die Hauptsache. Aus dieser Klickshow heraus kann ich nur Maria Furtwängler als bestangezogene Frau des Abends festlegen, sie sah in ihrer Robe wirklich umwerfend aus.

  4. chilipirates sagt:

    http://www.flickr.com/photos/chilipirates/

    Hier gibts 2 Britney Bilder – Bambi 2008 die es in der Presse nicht gibt.
    Man bemerke die Kleidung der 2 Bodygards rechts (Britneys eigene Bodygards) – Bild auf max. Auflösung anzeigen.

    Viele Grüße
    chilipirates – Bilder die die Welt sonst nicht sieht.

  5. vizekönigin sagt:

    Verstehe ich jetzt nicht, sieht doch super aus und ist vor allem total angemessen, was die Herren da tragen!? ;-)

    Danke für den Link!

  6. Die Vizeköniginnen-Schuhe sind sensationell, ehrlich. :-)


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