Affentheater in Mannheim

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Da war ja noch was.. Mit schokodinatorin, dotdean und blabbermouth ging es am Montag nach Mannheim, wo ein musikalischer Künstler und seine Kapelle live spielen sollten. Peter Fox, der Herr von Seeed, der alleine auch sehr gut kann. Und auch musste, bei dem Vorprogramm.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht (mehr), wer da gespieltgesungengesprochen hat, hab es wahrscheinlich aus gutem Grund verdrängt. Kam auf jeden Fall aus Berlin, hatte sogar glaube ich zwei verschiedene Namen, klang anfangs auch relativ vielversprechend, zumindest als er fertig war, die Menschenmasse sehrsehr jambuslastig zu begrüßen und sich selbst zu introducen. Und so. Anfangs war allerdings auch nach 7 Minuten vorbei. Was dann genervt hat, weiß ich auch nicht mehr so genau, aber die 30 folgenden Minuten waren ziemlich anstrengend. Der Beat war irgendwie techno und oft sehr holprig, die Stimme dank eines Helium-Verzerrknöpfchens im Mikro nervig und der Text im sehr speziellen Fall eines Songs aus Hundesicht nur zum kopfschütteln. Ich meine, HALLO? Weiß nicht, war bestimmt nett gemeint, aber Junge: wenn du so viel Zeit hast, dass du ein Lied aus den Augen eines ausgesetzten Hundes zusammenreimen kannst, dann wäre ein Jobwechsel vielleicht auch irgendwie eine eventuelle Option. Das Publikum hat ziemlich schnell nur noch Booh-Rufe von sich gegeben (die er zugegebenermaßen ziemlich lässig weggeredetgesteckt hat), irgendwie tat mir das schon wieder leid. Und es war heilfroh, als die Crew da oben endlich den letzten Song angepriesen hat – eine Produktion, die mit Deichkind entstanden ist.

Nun war ich ja schon immer eine Deichkind-Freundin (Fan wäre zu viel gesagt), mit Remmi Demmi wurde bei mir allerdings eine Grenze übertreten, die normalerweise nur beim zufälligen Vorbeikommen an einem gut gefüllten Kirmes-Autosccoter für andere Menschen sichtbar wird. Danach war nicht mehr viel dabei, was mich nicht erschreckt hat, aber das ist ja alles auch Geschmacksache. Trotzdem habe ich einen kleinen Hoffnungsschimmer gehabt, als der Berliner Jung da oben erzählt hat, mit wem er das nächste Stück produziert hat. Das was dann kam, hat mich dann endgültig von dem Plan, demnächst aufs Deichkind-Konzert zu gehen abgebracht. Ich habe sogar für Bruchteile von Sekunden gedacht, dass der Beat noch billiger war, als das, was er ohne Deichkind produziert hat. Klang ungefähr so albern wie dieses Lied von Madonna, das meiner Meinung nach noch nicht mal in Einzugsgebiet-Großraumdiscos gespielt werden dürfte. Aber zu dem Zeitpunkt war es mir auch schon wieder egal, man wird ja irgendwann apathisch.

Dann endlich Pause. Und nach unfassbar langen 50 Minuten kam dann auch endlich mal Herr Fox samt 15teiliger (nur geschätzt) Crew auf die Bühne. Schon recht gewagt, sich so viel Zeit zu lassen, wenn die Masse dank dem Voract schlechte Laune hat. Dies zu zeigen, stellte sich nach 45 Minuten auch für niemanden als Problem dar, es wurde einfach gepfiffen. ABER: es war ja nicht so, als ob er das nicht irgendwie gemerkt hätte, deswegen hat er sich auch ziemlich schnell für die Warterei entschuldigt. Und dann hat er Gas gegeben und gerockt und alles, was vorher schief gelaufen ist, wieder gut gemacht. Die vier Jungs, die er dabei hatte und die schier unglaubliches in synchroner Perfektion mit ihren Drumsticks gemacht haben, waren einfach nur cool, seine Präsenz auf der Bühne war ebenfalls sehr groß und der Rest des Teams drumherum war auch großartig. Die Tatsache, dass es erst ein Album und damit relativ wenig Songs gibt, wurde ebenfalls von vorneherein entschuldigt und die drohende Leere wurde einfach mit anderen Songs aufgebläht.

Wir haben ordentlich gerockt, meine Ohren waren hinterher leicht betäubt und den Driss vom Anfang hatte ich beim Verlassen der Maimarkthalle schon längst vergessen. Danke, Peter Fox. Und dem Herrn vom Anfang bleibt zu wünschen, dass er – sofern er sich die Blöße nochmal gibt, vor nicht extra seinetwegen angereistem Publikum aufzutreten – für einen etwas abgestimmteren Main-Act den Starter machen darf. Dann hat er vielleicht auch die richtige Zielgruppe vor sich stehen.

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One Comment on “Affentheater in Mannheim”

  1. muenki sagt:

    Geil geil geil, ich freue mich riesig, dass Herr Fox im März noch mal in Frankfurt halt macht. Es hat mich schon gewurmt, dass ich in Mannheim nicht dabei sein konnte. Jetzt fehlt im Sommer nur noch ein spektakuläres „Seeed-Konzert“, und ich wäre zusammen mit der DM-Tour wieder musikalisch bedient.


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