Chronologie des Wachwerde-Wahnsinns

6:30 Uhr: Nachbarhunde (2, klein, laut) fangen an zu heulen und zu „singen“ (nicht immer, nur wenn Frauchen arbeiten ist)

oder

6:30 – 9:00 Uhr: Nachbarhunde (2, klein, laut) kläffen sporadisch, sobald jemand (Mensch, Auto, anderer Hund, Katze, Geist) in ihren Aktionsradius (400m um die Wohnzimmerfensterbank) gerät.

7:00 Uhr: Auto (Diesel-Motor) fährt beim Nachbarhaus (Pflegefall) vor, steht ca. 5-10 Minuten mit laufendem Motor rum, Motor wird dann ausgemacht

7:30 Uhr: Nachbarkinder (insgesamt 3) müssen zur Schule oder in den Kindergarten, lautstarke Beschwerden darüber im Treppenhaus (Diskussion, Streit, Getrample, Gekreische, Geschreie, Geheule), ca. 3 Minuten

8:00 Uhr: Auto (mobiler Supermarkt) fährt beim Pflegefall-Nachbarn vor, hupt so lange, bis Pflegedienstmitarbeiter von 7.00 Uhr raus kommt.

Optional (sporadisch unter der Woche)
7:00 – 9:00 Uhr:
Traktor fährt in unfassbarer Geschwindigkeit und mit atemberaubender Lautstärke vor, biegt unter Schlafzimmerfenster ab und fährt dann gesamter Hausseite (Ankleide, Küche, Wohnzimmer) vorbei, bleibt quasi unterm Balkon stehen und fängt nach 10 Minuten Terror an, das Feld zu bearbeiten. Oder ein LKW bringt Steine. Oder jemand anderes Pferde (nicht im Winter)

15:00 – 18:00 Uhr: Kinder (3, zwischen 3 und 7) kommen sukzessive wieder zurück. Wahlweise Diskussion beim Treppenaufstieg mit zwischenzeitlicher Kapitulation einer Mutter (lässt Kind einfach im Treppenhaus stehen, Kind schreit, Lautstärke in etwa auf Niveau einer Ju 88. Kind wird auch erst wieder abgeholt, wenn es leise ist oder Mutter merkt, dass ich doch zufällig da bin) oder andere Mutter kümmert sich um den Erstgeborenen (der getragen wird, der Kleine muss laufen), der Jüngste rennt durchs Treppenhaus und fällt mal wieder die Treppen herunter. Bei Bedarf Krankenwagen.

Optional (samstags)
9:00 Uhr:
Für „Kehrwoche“ (+ Winterdienst von November bis März) verantwortlicher Nachbar kommt seinen Pflichten nach. Lautes Getöse von Staubsauger und/oder Wischer, der gegen Wohnungstür und/oder Treppengeländer (Stahlrohre, irgendwie schwingend, Treppen nicht massiv, nur diese Holzplatten) scheppert. Wird ggfls. dabei von Tochter (ca. 4 Jahre alt) moralisch und musikalisch unterstützt. Trifft in 99% der Fälle dabei auf Entertainment-Nachbar, ab dann ca. 30minütige Unterhaltung bei ungefähr 90 db über Gott und die Welt oder andere Nachbarn – im Treppenhaus, versteht sich.

Optional (sonntags, in der Regel wenn wir erst zwischen 4 und 6 ins Bett gekommen sind)
6:00 Uhr:
Nachbarskinder (zwei Jungs einer Familie, zwischen 3 und 7 alt) werden offenbar aufgrund akuten Sauerstoffmangels wach, reißen beide Balkontüren (nach hinten zum Feld und nach vorne zur Straße – gleiche Richtung ALLER Schlafzimmer in diesem Haus) auf und spielen fangen. Auf den Balkonen.

……..

Ich habe nichts gegen Kinder. Echt nicht. Aber irgendwo gibts doch vielleicht eine klitzekleine Grenze. Gegen Hunde habe ich auch nichts, hier wohnt ja auch einer. Ich verstehe nur nicht, wieso andere Menschen es nicht schaffen, ihren Hunden das Kläffen abzugewöhnen. Oder wieso sie zulassen, dass sie damit überhaupt erst anfangen. Mit Nachbarn komme ich eigentlich auch immer gut klar, wenn man mich allerdings aus reiner Gedankenlosigkeit regelmäßig um den Schlaf bringt, kann das schon leicht beeinträchtigend für das häusliche Miteinander sein. Ich will ein Haus. Freistehend auf einem ungefähr 10.000 m2 großen Grundstück. Hinter einem Wald, der Teil eines saarlandgroßen Naturschutzgebietes ist.

Der Balkon ist übrigens nach 6 Monaten immer noch eine Baustelle, nicht nutzbar und von einem wunderschönen Baugerüst eingerahmt. Außerdem stoße ich mir dauernd den Kopf an diesen verdammten Schrägen, die so tief über dem Boden anfangen, dass man kaum Möbel aufstellen und von den angeblichen 95m2 vielleicht 65 nutzen kann. Sehr großzügig gerechnet. Und es zieht wie bekloppt, man kann tolle Experimente mit waagerechten Flammen an Kerzen auf dem Couchtisch machen. Dieses Gas-Monster im Bad macht bei laufendem Betrieb einen unfassbaren Krach, die Tür muss immer geschlossen sein. Aus der Dusche, die man dank der Schrägen im Bad nur im Sitzen benutzen kann, kommt nur teilweise Wasser raus, der Rest kommt aus dem Badewannen-Wasserhahn. Und keine Sau kümmert sich darum, wie letztens, als das Gas-Monster kaputt war und es kein warmes Wasser mehr gab. Um den Backofen zu benutzen, muss ich eine Sicherung einschalten. Das Fernsehprogramm hat Störungen und die versprochenen 200 internationalen Programme gibt es nicht. Das Schlafzimmerfenster, das in die Schräge eingebaut wurde und direkt über unserem Kopfende ist (und damit im Falle einer mittels Ohropax herbeigezwungenen Ruhe bei Sonnenaufgang das Ende der Nachtruhe darstellt), lässt sich nur kompliziert und hässlich oder teuer abdunkeln.

Es wird Zeit zu gehen.

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7 Kommentare on “Chronologie des Wachwerde-Wahnsinns”

  1. Blabbermouth sagt:

    Darling komm – wir suchen uns ne neue Höhle… ich möchte in der Nachbarschaft nicht als jemand gelten, der kleine Kinder bei Eiskälte in einer Wanne mit Wasser vor der Tür aussetzt und ihnen ein paar Hunde-Leckerlies um den Hals hängt, während die kleinen Bell-Ratten draußen rumspringen und als Alternative Rattengift fressen könnten…

  2. westernworld sagt:

    zieh doch in ein altersheim …

  3. vizekönigin sagt:

    @all Das ist eine super Idee! ;-)

  4. Der Roger sagt:

    Oh mein Gott, das klingt ja alles noch viel schlimmer als in meiner letzten Wohnung. Such Dir ganz schnell was Neues. Da muss sich doch was besseres finden lassen.

  5. FrauLehmann sagt:

    Oh wie schade. Nun kann ich nicht mal beim Umzug helfen, denn ihr zieht ja nicht nach Essen. Oder doch??? Bei mir ist es leider ähnlich. Die Nachbarin hat eine Lache, damit könnte sie ins Guinness Buch der Rekorde kommen. Und mein badender Nachbar … naja. Die Schrägen meiner Dachgeschosswohnung haben nun sich nun auch des Öfteren mit meinem Kopf getroffen. Das ist echt fies und macht sowas von überhaupt keinen Spaß!

  6. wie jetzt umziehen? gehts noch? :)

  7. Blabbermouth sagt:

    Naja diesmal hat sie ja Hilfe – und es wäre dann die erste RICHTIGE gemeinsame Wohnung, sodass die Intention bei allem ja eher ne andere ist ;-)


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