Wir meinen es doch nur gut

Ja, aber.

„Ja, aber“ ist der in 99% aller Fälle am liebsten gewählte Satzstart von Menschen, die sich niemals einer anderen Meinung beugen würden, sondern immer der Meinung sind, dass die ihre die richtige ist. Vollkommen egal, worum es dabei geht, eine Diskussion mit einem „Ja, aber“-Menschen ist immer besonders anstrengend. In der Regel sind aber gerade diese Menschen die ultimativen Kleingeister, die es nicht für nötig halten, mal zwei Ecken weiter zu denken und ihren Tellerrand einfach mal Tellerrand sein zu lassen. Dinge, die für andere Menschen wichtig sind, existieren für sie nicht, weil sie sich am Ende des Tages selbst am nächsten sind und ihr Gehirn gar nicht erst bemühen, Dinge zu reflektieren und Fakten mal aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Sie hören sich Argumente der Menschen an, die für sie augenscheinlich wichtig sind, versuchen diese Argumente aber immer wieder zu entkräften. Nicht weil sie die Menschen, denen diese Argumente etwas bedeuten, in irgendeiner Form zu etwas bekehren wollen, weil es gut für diesen Menschen ist, sondern nur, weil sie meinen, dass sie Recht haben und sie ihren eigenen Vorteil daraus ziehen können, egal wie abwegig er ist. Vielleicht würde es helfen, sich einfach mal in die Situation anderer Menschen zu versetzen, auch wenn das offenbar gerade für diese Sorte Mensch unglaublich schwierig ist. Weil sie andere Ziele haben, weil sie ein anderes Leben führen, weil sie andere Meinungen haben, weil. Aber es geht ja auch nicht immer nur um empirisch belegte Dinge, bei deren Diskussion man sich nicht beugen müsste, wenn man denn Ahnung davon hat. Meistens hat es was mit Empathie zu tun. Oder es geht doch um Fakten, die einfach an die Seite geredet werden, weil sie einem nicht in den Kram passen.

Anstrengend.

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2 Kommentare on “Wir meinen es doch nur gut”

  1. fraulehmann sagt:

    Oft spielt das eigene Ego eine bedeutende Rolle. Ich kenne das nur all zu gut. Fühle mich bei den kleinsten Kleinigkeiten gleich angegriffen. Ein guter Trick: zuhören, ausreden lassen und bei Unklarheit fragen. Kommunikation ist wohl eins der schwierigsten Themengebiete zwischen Menschen.

  2. Blabbermouth sagt:

    Schwierig wird’s nur, wenn die „Ja, aber“-Sager einfach nicht begreifen wollen und können, und man irgendwann nur noch denken kann „macht doch was Ihr wollt“. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch noch extrem unförderlich, was die eigene Leistungsfähigkeit angeht. Insbesondere, wenn es einfach Fakt ist, dass man Recht hat…


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