Detoxification

Nachdem ich es jetzt geschafft habe, meinen nichtexistenten Rekord in Sachen SovieleGebrechenwiemöglichinbesonderskurzerZeit zu brechen, reichts mir nun. Ich hab es in den letzten Wochen geschafft, meine Halswirbelsäule zu verstauchen (Schneeballschlachten sind ab 30 einfach keine gute Idee mehr), zwei Migräneanfälle gehabt, mir eine Vierstunden-Horror-Lebensmittelvergiftung zugelegt (bis letzte Woche Montag dachte ich, das Märchen mit den Pilzen und den Mikrowellen wäre sowas wie das Märchen von den schielenden Augen, die beim Blick in einen Kamerablitz so stehen bleiben) und Besuch von einer Blasenentzündung bekommen, die mich eine Nacht lang mehr oder weniger im Bad hat schlafen lassen (hat sich ja nicht gelohnt, für 5 Minuten ins Bett zu gehen) und deren antibiotische Bekämpfung noch die ein oder andere nicht so tolle Begleiterscheinung mit sich gebracht hat. Obendrauf gestern während einer Telko das Gefühl, als ob irgendwer eine Bombe irgendwo in meinen Bauchbereich platziert und gezündet hat, ich  bin ja mittlerweile nicht mehr in der Lage, sowas noch ordentlich zu lokalisieren. Und ich bin erst 31, halloo? Wie soll es mir denn gehen, wenn ich erstmal 70 bin und vor allem: wenn ich jetzt schon meine, darüber bloggen zu müssen, wünsche ich meinen Kindern und Enkeln viel Spaß mit meinem Rumgejammer im Seniorenalter.

Ich weiß nicht, wie meine Leber und meine Nieren diese Medikamenten-Dauerbefeuerung überstanden haben, aber bis jetzt haben sie es. Und ich habe sie mit so ziemlich allem, was der Markt für irgendwelche Zipperlein her gibt, gequält. Nein, gedemütigt, erniedrigt. Ibuprofen dürfte mittlerweile auch ein Bestandteil meines Körpers geworden sein. Dazu der ständige Unwillen meines Körpers und Geistes, zu normalen Zeiten ein- und ordentlich durchzuschlafen, dem ich mit der gesamten Bandbreite an frei verkäuflichen und verschreibungspflichtigen Schlafmitteln trotzen wollte (abgesehen von Barbituraten und Benzodiazepinen) – mehr oder weniger erfolglos. Ich bin übrigens auch höchstgradig abhängig von Wärmeflaschen, Heiz- und Körnerkissen, einschlafen ohne ist nicht mehr. Und ich bin sowas wie ein Teedurchlauf, ungesüßter Tee soll ja der heißeste Scheiß schlechthin sein, also trink ich das Zeug momentan eimerweise.

Und nu is Schluss, ich werde fasten. Ein paar Tage später nach dem „offiziellen“ Start, aber ich mache es. Eine Woche lang keine feste Nahrung zu mir nehmen, nur noch flüssiges, gutes Zeugs und versuchen, diesen ganzen Müll irgendwie wieder aus mir raus zu spülen. Detox nennt man sowas heute ja. Oder etwas weniger cool: entschlacken. Oder eben entgiften, das Wort passt mir persönlich gerade am besten. Ich hab keine Ahnung, wie das funktionieren soll, weil es ein paar Sachen gibt, die ich einfach nicht machen will und/oder kann und weil ich mir weder die reine Tee/Wasser/Brühe-Kombi, noch eine reine Saftkombi vorstellen kann. für T/W/B müsste ich mir für die gesamte Zeit eine Woche Urlaub nehmen, weil meine Arbeitskollegen meine Laune sicherlich nicht ertragen könnten und wenn ich mir vorstelle, eine Woche lang nur Saft zu trinken, weiß ich ziemlich genau, dass ich meinen Magen danach wegschmeißen kann. Wahrscheinlich bau ich mir meinen eigenen Plan zusammen und baue darauf, dass es trotzdem klappt. Steak pürieren zählt nicht, oder?

Auf jeden Fall könnte die Woche ziemlich interessant werden, als Selbstversuch-Erfahrung für mich und als Belustigung oder Terrorismus für mein Umfeld.

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7 Kommentare on “Detoxification”

  1. Curi0us sagt:

    ROTFL. (Sorry)

    Großartig geschrieben, alleine für „wenn ich jetzt schon meine, darüber bloggen zu müssen, wünsche ich meinen Kindern und Enkeln viel Spaß mit meinem Rumgejammer im Seniorenalter.“ verdienst Du nen Blogger-Pulitzer ;-)

    Und nee, Steak püriert zählt nicht. Fürchte ich. (btw. Respekt, wenn Du das durchhältst…)

  2. vizekönigin sagt:

    ja nee, lach du ruhig. :-D aber danke, den kommentar druck ich mir aus und dann häng ich ihn in einem rahmen auf und schreib award drauf! *g*

    ich muss jetzt erstmal damit anfangen, bzw. einen geeigneten tag für den anfang finden, aber ich halte dich auf dem laufenden!

  3. emzo sagt:

    Also ich habe mal eine Woche heilfasten gemacht. Hätte ich gewusst, dass es so eine coole Bezeichnung wie „detox“ dafür gibt, hätte ich sicher länger durchgehalten. :)

    Habe dann am 7. Tag ein Brot und Auberginen gegessen und das hat besser geschmeckt, als alles andere ever!

    PS: Nach dem dritten Tag ist es überhaupt nicht mehr schlimm, fand ich damals…

  4. westernworld sagt:

    also man sollte ja meinen das sich wenigstens deine schlafausbeute trennungsbedingt enorm verbessert haben sollte. jedenfalls scheint dein körper mit der gesamtsituation unzufrieden zu sein wie man bei den schoschonen sagt.

    da bin ich mit meinen köchelproblemen und einem ansonsten gußeißernen immunsystem ja richtig gut bedient. (meine knöchel sind eine völlige fehlanfertigung die ich seit jahren vergeblich zu reklamieren versuche … für einen menschen mit einer angemessenen körpergröße, stattlichem gewicht und schuhgröße 47 habe ich bedenklich schlanke fesseln und knöchel.)

    das mit dem heilfasten soll man auch nicht übertreiben mehr als 5-6 tage müßen echt nicht sein nach meiner erfahrung auch wenn man sonst was erzählt bekommt.

  5. westernworld sagt:

    dafür scheint mit dem alter das für die rechtschrobung zuständige hirnareal rapide abzubauen …

  6. vizekönigin sagt:

    @emzo: detox ist toll, oder? ;-) hab ich in der shape gelesen und dachte, dass das auch viel vizeköniglicher klingt..

    @westernworld: macht doch nichts, ich verstehe dich ja. :-D ich hatte geplant das vier, maximal fünf tage zu machen. gestern dachte ich noch, ich würde nur den ersten tag schaffen, heute könnte ich gefühlt noch ne woche hinten dran hängen, aber das kann sich bis übermorgen auch wieder ändern. schlafprobleme haben wir beide nur noch am wochenende, wenn wir in einem bett schlafen. WENN, monsieur ergreift ja schon mal ganz gerne die flucht aufs sofa oder lässt mich einfach dort liegen, wenn ich einschlafe.
    aber um nochmal auf deine knöchel zurück zu kommen: immerhin hast du große füße, die ja offenbar dazu gemacht sind, ein umfallen zu verhindern. solange deine knöchel das ohne nennenswerten schaden aushalten, ist doch alles ok..

  7. westernworld sagt:

    na ja sie meutern halt gerne bei sportlicher belastung und zwar wirklich schmerzhaft und ausdauernd. #knöchel


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