Detoxification, Tag 1

Eigentlich ja Tag 2, aber da ich mich am Entlastungstag dank eines unfassbar schrecklichen Katers nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert habe, ist der eher uninteressant. Ich hab zwar wenig gegessen, war aber zu dem Zeitpunkt nach fastenideologischer und entgiftungstechnischer Sicht sowas wie ein Castorbehälter. Und den Teil des Entlastungstages, vor dem ich ohnehin schon viel zu viel Panik hatte, konnte ich dank des Katers mal ganz nonchalant überspringen.

Unglaublicherweise habe ich den Tag heute mehr oder weniger unbeschadet und erstaunlich souverän hinter mich gebracht. Kurz vor Mittag hab ich zwar mal zeitweise gedacht, mir knallen die Sicherungen durch und ich werde zum Amokläufer, aber das dürfte ja normal sein. Zum Frühstück gab es erst diesen fürchterlichen Heilpflanzencocktail aus Tomaten-, Artischocken-, Kartoffel- und Brennesselsaft, dazu ein Tässchen Tee, im Büro zweites Frühstück in Form von 150 ml Bio-Fruchtsaft, Mittagspause bestand aus 150 ml Gemüsesaft, einem Spaziergang und zum Nachtisch einen beherzten Schluck aus dem Fruchtsaftkarton. Als Snack am Nachmittag nochmal 150 ml Gemüsesaft und gerade, als ich nach Hause gekommen bin, nochmal 300 ml Tomatensaft. Später gibts nochmal Heilpflanzenzeugs und seit heute morgen schütte ich eigentlich ununterbrochen Tee in mich rein. 2 Liter bis jetzt.

Besonders hart war für mich der Vormittag, weil ich morgens normalerweise ziemlich viel Energiezulieferung brauche, um irgendwie in Fahrt zu kommen. Um genau 11:54 dachte ich, mein Magen implodiert und verdaut sich anschließend selber, zu diesem Zeitpunkt (der Höhepunkt von Hunger und schlechter Laune) hab ich auch zugesehen, dass ich mich mit niemandem direkt unterhalten muss. Interessanterweise ging es aber mit dreimal tief durchatmen und in mich reingemurmeltem“Das ist kein Hunger“-Mantra, schließlich war ja ein besonders gehaltvolles Mittagsmahl in Sicht.

Danach war es eigentlich kein Problem mehr, ich war jobtechnisch gut beschäftigt, so dass ich gar nicht erst über Essen nachdenken musste und eigentlich hatte ich auch keinen Hunger. Allerdings hab ich saumäßig gefroren, was dazu geführt hat, dass ich immer mehr Tee getrunken habe, was wiederrum dazu geführt hat, dass ich mich relativ häufig von meinem Schreibtisch entfernen musste. Ich friere übrigens immernoch, weiß aber nicht, ob das mit der Fasterei zu tun hat, oder einfach nur daran liegt, dass sich die Temperatur draußen mal wieder in Tiefe des Gefrierpunkts eingependelt hat.

Meine Laune ist jetzt erstaunlich gut, ich find mich gefühlt ziemlich fit. Natürlich geht das in Zukunft nicht ohne Tricks. Ich darf nicht mehr als 400, idealerweise nicht mehr als 300 Kalorien am Tag zu mir nehmen: verteilt man das auf Fruchtsaft, ist das, was man konsumieren darf, ziemlich wenig, nimmt man aber überwiegend Gemüse- bzw. Tomatensaft, ist das schon recht viel. Sehr gute Erkenntnis für morgen.

Rauchen ist auch nicht, wenn man entgiftet ist die Zufuhr von Nikotin eher kontraproduktiv. Auch das funktioniert besser als ich dachte, was eventuell daran liegen könnte, dass ich diesen Endlich Nichtraucher-Kurs zwar relativ weit hinten, aber trotzdem noch im Kopf habe und die Argumente dagegen mir geläufig sind. Einmal bin ich schwach geworden, war aber dann dank erfolgreichen Schlechtredens so bäh, dass ich nach dem vierten Zug würgen und aufhören musste.

Auch wenn ich dachte, der erste Tag wäre schlimmer: ich würde aktuell für eine ordentliche Portion Sushi sterben. Oder für ne Pizza. Meinetwegen auch für eine Scheibe alten Gouda oder sonstwas von dem Zeug, was mich aus dem Kühlschrank anschreit. Aber ich bleibe HART. Hoffe ich.

Schönen Gruß an dieser Stelle an meinen Gatten: danke, dass du den ganzen Süßkram hier überall hast liegen lassen, das war jetzt genauso nett wie gestern, als ICH DIR Fischstäbchen auftischen durfte, während ich gedünstetes Gemüse und vollkommen geschmacksfreien Reis gegessen habe. Tze.

Advertisements

One Comment on “Detoxification, Tag 1”

  1. […] Zitat ist an dieser Stelle etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Wer den näheren Zusammenhang […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s