Together we can

Man muss sich das mal vorstellen (hier jetzt ganz vereinfacht): da fallen ein paar viele Tausend Menschen über eine Stadt bzw. einen Teil einer Stadt her, sind erst harmlos und friedlich, verwüsten dann aber doch ganz viel, die Armee rückt nach, beteiligte und unbeteiligte Menschen sterben (mit ausdrücklicher Schuld auf beiden Seiten),  Touristen stornieren, buchen um und/oder fliehen aus der Stadt, Hotels und Restaurants müssen schließen, Shoppingmalls ebenfalls (im schlimmsten Fall fangen sie irgendwann an zu brennen), die Börse brennt, die Wirtschaft liegt lahm, der Baht-Kurs rast in den Keller. Ein Teil des Volkes genervt vom roten Stress, ein anderer Teil vom gelben, ein riesiger Teil von allem. Politiker, die sich nicht trauen, richtig hart durchzugreifen, andere Politiker, die aus dem Off erst einen Bürgerkrieg heraufbeschwören und dann sagen, sie hätten damit nichts zu tun. Dann die Eskalation, noch mehr Menschen sterben – und mit Verlaub, das waren meine Meinung nach wirklich wenige, wenn man sich überlegt, wieviele Menschen hätten sterben können. Ausgangssperren in Bangkok, in vielen weiteren Provinzen, die Menschen unsicher, ob das jetzt nur der Anfang war, weil nach dem Durchgriff des Militärs plötzlich ein paar Extrem-Protestler richtig durchdrehen. Die Stadt brennt. Aber igendwie beruhigt es sich innerhalb kürzester Zeit.

Und dann kommt das:

Bangkok Cleaning Day, 05.23.2010 – ich weiß schon, warum ich das Land, die Stadt und vor allem die Menschen so liebe..

Alle rotten sich zusammen, schnappen sich Besen, Tüten, Schwämme, wasauchimmer und fangen an aufzuräumen. Sie tragen gemeinsam den Müll weg, den andere hinterlassen haben, putzen zusammen den Ruß weg, den andere mit ihren Feuern verursacht haben, versuchen auch augenscheinlich wieder für Ordnung zu sorgen. Eine Woche nach:

„I am still ok. Just need to plan and be careful a lot in case of going out.
If it is getting worse, I will keep update u.
It´s like living in the war .. hahaha
Everything can happen every second.
Exciting life ever.“

Nicht nur psychologisch betrachtet ist das der absolute Hammer. Kann sich so manche andere Nation eine Scheibe von abschneiden.

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3 Kommentare on “Together we can”

  1. bemme51 sagt:

    Ich bin schon ganz hippelig wie’s jetzt da drüben so läuft. Ab Januar bin ich dann öfter mal für länger drüben – mit Arbeitsvisum.

  2. vizekönigin sagt:

    Momentan eher etwas nass.. Wie, was, du bist öfter mal dort? Im Januar sind wir auch noch da!

  3. bemme51 sagt:

    Weiss noch nicht wann ich das erste Mal rüber muss/kann – aber grundsätzlich öfter und auch mal für ein paar Wochen mehr… gib mir mal ne mail


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