Es läuft los.

12 Wochen Training liegen jetzt hinter mir. 12 Wochen, in denen ich gemerkt habe, dass Sport, gesunde Ernährung und sonstige gute Sachen wie keine Zigaretten und quasi kein Alkohol irgendwie nicht unbedingt alles bringen, was ich mir erhofft hatte. In den letzten 12 Wochen bin ich eigentlich immer wieder mal krank gewesen und ich sehe auch sonst gerade nicht unbedingt aus wie jemand, der zwischen 30 und 48 KM in der Woche gelaufen ist. Gut, es gab keine nennenswerte Erkältung im Winter, aber ständig irgendwo Schmerzen. Meine Knie haben sich irgendwann an die Dauerbelastung gewöhnt, meine Sprunggelenke mehr oder weniger – ich darf bei einem langen Lauf einfach nur nicht aufhören zu laufen. Ich habe festgestellt, dass ich Belastungsasthma habe und seit über einer Woche lebe und laufe ich mit einer Zwerchfellreizung. Das ist so wie Seitenstiche auf der kompletten Vorderseite, als ob mir jemand bei jedem Schritt ein Messer in die Rippen hauen würde.

In den letzten 12 Wochen haben wir so ziemlich jedes gesellschaftliche Event in unserem normalen Leben entweder absagen, beschleunigen, verkürzen oder durch einen langen Lauf stören müssen und die Zeiteinteilung unseres Privatlebens wurde eigentlich nur noch nach dem Trainingsplan ausgerichtet. Logisch, bei 4x in der Woche laufen müssen. Zusätzlich sind wir auch noch umgezogen, d.h. ich bin in den letzten 6 Wochen nicht nur jeden Samstag eine Langstrecke irgendwo zwischen Halbmarathon und 32 KM gelaufen, sondern sonntags auch noch häppchenweise umgezogen. Im übrigen auch ein Grund, weswegen hier ziemlich lange nichts über Trainingszustände geschrieben wurde.

Wahrscheinlich wäre es besser, ich würde diesen Marathon nicht laufen, gesundheitlich betrachtet. Was jedoch angesichts der drei Monate Training, sozialer Abstriche, Doppelstress, Schmerzen und Arztrechnungen allerdings mal überhaupt gar nicht in Frage kommt. Und auch nicht muss, ich glaube ja ganz stark an die Macht des Adrenalins, wenn ich zwischen 40.000 Menschen stehe und die Champs Élysées entlang laufe. Und es gibt ja auch einiges gutes, was ich aus den vergangenen Wochen mitnehme: die Erkenntnis, dass dies höchstwahrscheinlich mein einziger Marathon sein wird. Die Freude darüber, in einem Anfall von Größenwahn nicht den New York Marathon 2011 noch dazu gebucht zu haben. Das Wissen darum, dass ich, wie früher auch, immer noch eine bessere Kurzstreckensprinterin bin und dass mir Strecken jenseits der 22 KM einfach irgendwann keinen Spaß mehr machen. Ein Stück weit Freude darüber, dass ich im Hochsommer keine Langstrecken laufen muss, weil ich allerhöchstens noch den Kölner Halbmarathon mitnehme. Der Ehrgeiz, meine 10-KM-Zeit ab übernächste Woche dramatisch zu verbessern. Der Verzehr von komplexen Kohlenhydraten auch am Abend, was eigentlich überhaupt nicht meinen Essgewohnheiten entspricht. Zumindest noch bis Samstag. Die Tatsache, dass mein Mann und ich sehr gut miteinander trainieren können, solange es keinen extremen Ehrgeiz gibt. Und die Fähigkeit, Ruhe und Humor zu bewahren und sämtliche bösen Gedanken an zum Beispiel… den perfekten Mord wegzulächeln wenn Monsieur plötzlich einen Ehrgeiz an den Tag legt, bei dem ich nicht mithalten kann und will.

Wir sind dann mal weg und gucken uns Paris zu Fuß an. Beimlaufenfotografieren hab ich geübt. Drückt uns die Daumen!

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Für immer.

Ich habe mich tätowieren lassen. In Thailand, per Hand. Also nicht mit einer Maschine, sondern mit einem Bambus-Klöppel, an dessen Ende Nadeln befestigt sind, die dann per händischer Dauerbefeuerung Farbe in meine Haut transportiert haben.

Mein ganzes, tätowiertes Leben lang wollte ich diese Erfahrung machen und nach viel Recherche und Denkerei, habe ich es endlich getan: ein thailändisches, mythologisches Wesen im traditionellen Stil. Und nein, ich habe mir keine Sorgen um nichtdeutschlandsauberes Duschwasser gemacht, auch nicht um die Übertragung irgendwelcher krankheit- und todbringender Viren. In Thailand lassen sich auch Thailänder tätowieren und müssen anschließend duschen und sterben nicht davon und wenn man nicht unbedingt in die allerübelste Kaschemme geht und weiß, dass der Mensch, der einen da gleich für immer zeichnen wird, eher europäische Ansprüche an seinen Hygienestandard hat und man dabei zusehen kann, wie er alte Nadeln weg wirft und neue, sterile auspackt, muss man auch einfach mal vertrauen können.

Schmerztechnisch kann ich ohne zu übertreiben behaupten, dass ich fast ununterbrochen drei Stunden lang durch die Hölle gegangen bin, allerdings ist die Stelle auch sehr dankbar für nervliche Überreizung und ich bin ein Weichei. Die Behauptung, es täte nicht so weh wie mit einer Maschine, kann ich leider definitiv nicht unterstreichen. Ich weiß aber auch nicht, wie es sich z.B. am Oberarm angefühlt hätte, wahrscheinlich weniger dramatisch. Angenehm ist das nicht vorhandene Geräusch der nicht vorhandenen elektrischen Maschine, dieses abartige Summen, was eigentlich kaum von einem Zahnarztbohrer zu unterscheiden ist. Wenn man in Sachen Schmerz schon noch irgendwie klar kommt oder aber sein Maximum an Leidensfähigkeit erreicht hat, ist das für mich bisher immer die unbekannte Variable gewesen, an der das Leben des Tätowierers hing – ich bin wahlweise nach 15 Minuten oder erst nach 2 Stunden durchgedreht. Dieses Mal war es aber nicht so und ich bin 10 cm größer, weil ich mir das allerallerallercoolste Urlaubssouvenir überhaupt mitgebracht habe.


Byebye Galaxy, hello iPhone

Ich hab es getan. Irgendwann ist einfach gut. Nachdem mein Galaxy mich nur eine Woche nach dem Froyo-Update wieder mit einer punktgenauen Zuverlässigkeit von Tag zu Tag aggressiver gemacht hat, ist mir der Faden gerissen und ich habe jeden Gedanken, der irgendwie mit monetärer Vernunft zu tun hat, final in die Tonne getreten. Sicherlich kamen noch die Möglichkeit, 24 Stunden lang immer wieder mal das iPhone 4 meiner besten Freundin in die Hand zu nehmen und über die Usabilty zu staunen und das für meinen Mann gekaufte iPhone 4 als Verstärker hinzu, aber immerhin habe ich selbst im wirklich allergefährlichsten Moment noch die Ruhe bewahrt und nur EIN Telefon gekauft.

Mein fester Wille, bis zum Erscheinen des iPhone 5 zu warten und bis dahin auf irgendwelche Behelfsdinger umzusteigen, wurde dann aber final zunichte gemacht, als das Galaxy mal wieder mit den Fingern auf mich gezeigt und mich ausgelacht hat. Mit dem Update wurde ja, wie schon in epischer Breite erwähnt, quasi nichts besser und ja, verdammt – es ist mir peinlich, einen sogenannten iPhone-Killer in der Hand zu halten und nicht in der Lage zu sein, eine App sofort zu starten.

Ich habe jetzt ein iPhone4. Seit einer Woche. Ich wollte wieder ersteinmal warten, bevor ich es jedem erzähle – man lernt ja irgendwann, keinem Braten mehr zu trauen. Aber was soll ich sagen – ich bin glücklich. Alles funktioniert so, wie es funktionieren soll, alles geht rasend schnell, alles ist schön und gut und läuft einwandfrei. Egal ob ich zwei Wände zwischen mir und dem WLAN-Router habe, ob ich mal eben schnell ein Foto machen, eine Email schreiben, jemanden anrufen, im Internet surfen, ein Lied taggen oder eine Laufrunde aufzeichnen will. Eine Woche lang ist das Unvorstellbare eingetreten: Frieden zwischen mir und meinem Smartphone. Bis ich gestern das Galaxy bei ebay eingestellt habe und es dafür einmal komplett platt machen durfte.

5 Minuten hat es gedauert, bis zwei Fotos gelöscht waren. Oder auch nicht, ich hab den Prozess ja wieder mal abbrechen müssen. Das Synchronisieren meiner Kontakte vom Telefon raus zu Google – ein Vorgang, dessen Ergebnis für mich leider ein riesengroßes Rätsel ist. Die Datei, die ich aus meinen Kontakten heraus auf meine SD-Karte gespeichert habe, scheint sich in Luft aufgelöst zu haben und ließ sich logischerweise nicht in das Adressbuch auf meinem Rechner importieren. Ich hab dann irgendwann einfach auf einen aktuellen Kontaktstatus wie auch auf ca. 100 Fotos verzichtet, sollte ich mich in der nächsten Zeit bei irgendwem nicht melden oder merkwürdig ans Telefon gehen, bitte ich um Nachsicht.

Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen ging dann verhältnismäßig schnell, meine Karte ist raus und das Telefon verpackt, der Spuk ist vorbei. Ich habe endlich meine Ruhe und ein uneingeschränkt funktionierendes Telefon. Und Samsung: nichts für ungut. Vielleicht sehen wir uns noch mal auf einen Fernseher. Vielleicht aber auch nicht.


Cool runnings

— Félicitations !! —
Vous êtes inscrit(e) à la 35ème édition du Marathon de Paris qui aura lieu le dimanche 10 avril 2011.

—- Congratulations !! —
You are now registered for the 35th edition of the Paris Marathon that will take place on Sunday, April 10th, 2011.

Ich muss einen totalen Dachschaden haben. Aber da ich ohne ToDo-Liste und Zielvereinbarung meinen Hintern nicht hoch kriege, ist das dann halt mal so: diesen Winter wird gelaufen und gefroren. Viel.


Update und Ernüchterung

Fuck, yeah – Froyo! Vor allem Fuck. Nach der anfänglichen Aufregung über ein nicht mögliches Update für im Jahr 2010 immer noch irrsinnig exotische Mac-User war es dann doch am Montag so weit. Ach nein, zwischendurch sorgte ja noch die Nachricht, dass das Update für  „unsichtbar“ gebrandete Android-Versionen vollkommen unbrauchbar ist, für einen Spontananstieg meines Blutdrucks. Im Supermarkt, am Samstag – noch Fragen? Ging aber, Version jungfräulich. Mein Beileid an die Nutzer, die nach der Sicherung der Daten feststellen mussten, dass sie nicht updaten können, das hat sich bestimmt schrecklich angefühlt.

Jetzt also Froyo. Und was hat es gebracht? Nichts. Doch, Fotos speichern geht schneller. Und die GPS-Apps laufen jetzt einwandfrei. Das wars aber auch. Obwohl.. Nein, es sind neue Buchstaben da, wo sie vorher nicht waren und die Tastatur ist auch sonst irgendwie anders. In erster Linie KLEINER. Ich gehöre nun beim besten Willen nicht zu den Menschen, die am Ende ihrer Arme riesige Schaufeln haben, nein, meine Hände sind sogar relativ klein. Meine Finger auch. Jetzt aber offenbar nicht mehr klein genug, denn jedes zweite Leerzeichen ist ein Punkt. Verschreiber sind an der Tagesordnung, weil ich fast immer versehentlich den Nachbarbuchstaben erwische und wirklich smooth ist das alles jetzt auch nicht. Noch hakeliger und rumpeliger als vorher, um genau zu sein. Den Statusbalken bekomme ich mittlerweile nur noch jedes 5. Mal runtergezogen und ich habe mein Telefon noch nie so oft neu gestartet und den Akku im laufenden Betrieb rausgenommen wie in den letzten 4 Tagen.

Die Seiten des Homescreens zur Seite zu schieben erinnert mich nach wie vor an das Surfen mit einem 56K-Modem, langsam und sperrig. Apps zu starten kann funktionieren, muss aber nicht. Meistens entscheidet sich das Telefon für einen Weg dazwischen: kann Apps starten, muss das aber nicht schnell tun. Wenn man mit Shazam ein Lied taggen will, was gerade (und schon relativ lange) im Radio läuft, hat man ja auch alle Zeit der Welt.

Anfangs dachte ich ernsthaft, es wäre jetzt so weit, wir bewegen uns aufeinander zu und alles wird gut. Foursquare, Runtastic, die Navigation – plötzlich ging alles sofort. Aber es ist so, als ob mit dem Einzug der ordentlichen GPS-Funktionalität irgendwas anderes verloren gegangen wäre. So wie bei Kelly Bundy damals, die mit irgendwelchem Wissen gefüttert wurde und darüber hinaus wirklich elementare Dinge vergessen hat. Ach nee, das Galaxy konnte die elementaren Dinge vorher ja auch nicht.

Der Shazam-Moment gestern war der, in dem keine Zurückhaltung mehr möglich war. Mein Galaxy hat fliegen gelernt. Für einen kurzen, schnellen Moment, bis zur Windschutzscheibe und wieder zurück. Es hatte Glück, dass das Fenster zu und mein Mann neben mir war, alleine hätte ich es mit 100%iger Sicherheit im Vorbeifahren in den nächsten Mülleimer geworfen.

Ich hab fest an das Update geglaubt und das iPhone erst mit Version 5 wieder in mein Leben eingeplant. Keine Ahnung, was ich jetzt machen soll. Aber ich weiß, was ich nie wieder tun werde: einen auf geläutertes Stockholm-Opfer machen und Rebell spielen. Danke für den lehrreichen Ausflug, Samsung. Ihr habt es geschafft, mich erst zu begeistern und dann innerhalb kürzester Zeit so sauer zu machen, dass ich in diesem Moment auch keinen Fernseher mehr von euch kaufen würde. Und keine Kamera. Und überhaupt.

Und Michael, nimm mir das bitte nicht übel – das ist nichts persönliches. Ich mag dich, echt. Aber lass uns beim nächsten Treffen lieber nicht mehr über eure Telefone sprechen.


Die Rettung naht!

Froyo ist da. Sagt man. Jetzt benutze ich meinen Windows-Rechner und alles wird gut. Yay, ich freu mich!

HUCH! Ich habe ja gar keinen, weder zu Hause, noch im Büro!

Besonders schön:

Laut einem Samsung-Sprecher gibt es bei Kies noch Probleme mit 64-Bit-Windows-Betriebssystemen, die aber behoben werden sollen. Eine Mac-OS-X-Version von Kies gibt es zwar schon, jedoch funktioniert sie nur mit Samsungs Wave-Smartphones. Eine mit dem Galaxy S kompatible Variante soll noch in Arbeit sein.

Ja. Wir haben zwar noch Probleme, aber wir lassen trotzdem mal alles raus. Kennt man ja. Und wir bauen eine Software, die für jedes Endgerät anders gebaut werden muss. Leute, das kann sogar Nokia besser!!!

Ironie des Schicksals, würde ich sagen. Mehr fällt mir dazu auch eigentlich nicht ein.


Letzte Chance, Samsung Galaxy!

Mein Smartphone und ich, die Neverendingstory. Nachdem ich mir aus diversen Gründen kein iPhone 4, sondern ein Samsung Galaxy geholt habe und stolz wie Bolle war, dass ich endlich mal gegen den Strom geschwommen bin und anfangs auch wirklich unermüdlich die Fahne für das Android-Gerät hochgehalten habe, folgt nun so langsam aber sicher die Ernüchterung. Nein, nicht langsam, sondern recht ruppig. Mit dem gleichen Fazit, das derzeit in den Köpfen von sehr vielen unfreiwilligen Samsung Galaxy Beta-Testern dominiert:

HÄTTE ICH MIR DOCH NUR EIN IPHONE GEKAUFT.

Sagt übrigens auch der Franz, genau so. Sorry, aber der Satz lässt sich leider nicht anders formulieren.

Dieses Samsung Galaxy S, so ambitioniert es auch gemeint ist, ist in meinen Augen eigentlich nichts weiter als eine Katastrophe. Und ein riesengroßes Drama, weil man die Katastrophe einzig und allein auf die Software zurückführen kann, nicht auf die Hardware. Der Ton ist gut, das Teil ist schön, fühlt sich gut an, die Kamera ist großartig, das Display auch. Eigentlich alles top, wenn nicht ständig irgendwas nicht funktionieren und ewig lange brauchen würde.

  • Wenn ich eine App starte, dauert es im besten Fall nur 5 Sekunden, bis es los geht. Im besten Fall.
  • Der von so vielen Quellen als ultraschnell gehypte Browser ist dermaßen langsam, dass ich nach Öffnen und Aufrufen egal welcher Seite (abgesehen von Google) erstmal ganz gepflegt eine Runde mit meinem Hund drehen kann. Das Telefon bleibt derweil oben in der Wohnung im WLAN-Netz liegen.
  • Es gibt Apps, die einfach ohne weitere Ankündigung schließen und dabei offenbar das komplette Betriebssystem in Mitleidenschaft ziehen – allerdings nur beim Samsung Galaxy. Danach kann ich öffnen, was ich möchte, es geht auf und im gleichen Moment wieder zu.
  • Das Speichern von Fotos nach der Aufnahme dauert sowohl mit irgendwelchen Apps als auch mit der normalen Kamerafunktion so lang, dass man von Schnappschuss nur noch sprechen kann, wenn man Steine fotografiert.
  • Die Akkuleistung ist unter aller Sau; obwohl ich den Task-Killer mehrfach täglich bemühe, muss ich mittlerweile schon am frühen Abend und nicht mehr erst gegen 0:00 Uhr mein Stromnetz aufsuchen. Im Übrigen laufen wie von Geisterhand unglaublich viele Applikationen direkt wieder von vorne an, nachdem ich den Task-Killer genutzt habe – ohne dass ich diese Apps jemals auch nur ansatzweise angetippt hätte. Um genau zu sein sind sie noch nicht mal auf meinem Homescreen zu sehen.
  • GPS. Das ultimative Reizthema dieses MöchtegernSMARTphones. Es ist schön, die supadupa Top-Navigation immer und kostenlos dabei zu haben, das hilft einem nur leider nicht weiter, wenn der Scheiß-Empfänger kein Signal von einem der unzähligen GPS-Satelliten findet! Wenn ich mich jedes Mal darauf verlassen hätte, mit meinem Telefon irgendwo anzukommen, wäre ich heute wahrscheinlich nicht hier, sondern irgendwo in Südwest-Portugal. Am Wochenende, auf einer (mir zum Glück bekannten) 500 KM langen Strecke, haben wir versucht, eine Futterstelle auszumachen, irgendwo in der tiefsten, nordhessischen Pama. Nach einer halben Stunde erfolgloser GPS-Signal-Suche wäre mein Galaxy bei Tempo 180 fast aus dem Fenster geflogen.
  • Bei GPS gehts aber nicht nur um das Navigationssystem oder Google Maps – nein. Es geht auch um diverse Apps, die ich GEKAUFT habe und die GPS erfordern. Die funktionieren natürlich auch nicht. Meine Laufrunde sieht am Ende im Internet auf der Mutterplattform aus, als wenn mich jemand mit einer AK47 durch unser Viertel gejagt hätte – im Zickzack, versteht sich. Ich hab auch erstaunlicherweise letztens 9.8 KM in sagenhaften 14 Minuten zurückgelegt. Nicht.

Ich könnte jetzt noch relativ lang so weiter machen und das Unsmartphone weiter zerlegen: Fotoupload, Feeds, das grundsätzlich tolle Display, das aber auch nur dann geschmeidig reagiert, wenn es gerade Lust hat, sprich nie. ABER! Alles soll ja besser werden. Mit dem Android 2.2-Upate. Froyo wird uns alle retten! Das Problem an Froyo ist nur, dass dieser bekackte Release schon seit ungefähr 2, 3, ich weiß es nicht Monaten auf sich warten lässt. Froyo ist ein Mysterium, über das niemand spricht. Nur die Menschen, die wirklich fest dran glauben. Das scheint aber selbst bei Samsung niemand zu tun, weil man auch von dort keine Info bekommt. „Kommt bald, kann nicht mehr lange dauern“ ist bisher die verbindlichste Aussage, die ich gehört habe.

Mir ist klar, dass ein Hersteller, der dermaßen auf Masse produziert, ganz anders an so eine Sache heran geht, als Apple. Während Apple ein Jahr lang an EINEM iPhone weiterentwickelt, denken sich die Leute von Samsung in der gleichen Zeit mindestens 5 neue Telefone aus, produzieren und launchen sie. Dass da irgendwas bei in die Hose gehen muss, ist klar und das war mir auch klar, als ich mich dazu entschieden habe, von dem einen Massenmarkt in den nächsten reinzuspringen. Aber dass ein Produkt dermaßen unausgegoren und mit dem Hinweis auf ein sich immer weiter hinauszögerndes Software-Update a.k.a. Mirdochscheißegaldassdudichärgerstduhastjaschonbezahlt-Abwinken auf den Konsumenten losgelassen wird, empfinde ich schlicht und ergreifend als Frechheit.

Eigentlich wollte ich gestern schon in den nächsten Store rennen und mir ein iPhone holen. Und heute. Aber ich habe meine aus reiner Wut auf ein Telefon (Halloo? Es ist ein technisches Gerät!!) entstandene Hysterie wieder in den Griff bekommen und warte nun noch mal ab, bis nach Froyo. Froyo soll jetzt am 11.11. kommen, angeblich. Ich bin mir zwar zu 100% sicher, dass es wieder nicht so sein wird, aber dann kann ich mir immernoch ein iPhone 4 kaufen. Aber vielleicht werde ich ja doch das Update machen, im Glauben, dass dieses Allheilmittel auch mein Telefon und meine Geduld retten wird. Was zuletzt stirbt, ist ja bekanntlich die Hoffnung. Vielleicht reservier ich mir das iPhone jetzt aber doch schon mal, vorsichtshalber.