Laufen für einen guten Zweck

Ach übrigens. Die bezaubernde Mellcolm hat angesichts der Katastrophe in Japan eine feine Aktion ins Leben gerufen, um die Welt dort wieder zumindest ein bisschen besser zu machen. Wir machen auch mit und haben unseren Lauf kurzerhand zu einem Charity-Run umfunktioniert. Mit besonders schnellen Zeitunterbietungen, die finanziell in Richtung Japan belohnt werden, kann insbesondere ich nicht dienen, aber wir freuen uns, wenn wir mit jedem gelaufenen KM helfen können.

Zusammen laufen sie 3 x 42km = 126 km durch die schönste Stadt der Welt, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten und „zu Fuß“ auf der Champs Elysées!

Shelter Boxen sind Überlebenskisten, die alles enthalten was 10 Menschen die ihr Dach über dem Kopf verloren haben und deren Existenzgrundlage vernichtet wurde in einem akuten Krisenfall benötigen. Enthalten sind u.a. ein Zelt, Wasseraufbereitungsanlagen, Moskitonetze, ein Ofen, Decken und ein Malset für die Kinder.

Eine Shelterbox kostet 750 Euro, d.h. wenn pro Kilometer ein 6 Euro Sponsor gefunden wird, ist die nächste Shelterbox finanziert und weiteren 10 Menschen in der Erdbebenregion Japans kann geholfen werden!

Wir laufen übrigens sogar zu viert, neben Blabbermaul und cbgreenwood ist auch noch Jan dabei. Der twittert zwar nicht, freut sich aber auch über einen KM-Geld-Sponsor. Nur 6 € pro Kilometer, ein kleiner Beitrag für eine große Aktion mit noch größerem Herzen. Lasst unseren Stress der letzten Monate nicht umsonst gewesen sein und helft mit!

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Together we can

Man muss sich das mal vorstellen (hier jetzt ganz vereinfacht): da fallen ein paar viele Tausend Menschen über eine Stadt bzw. einen Teil einer Stadt her, sind erst harmlos und friedlich, verwüsten dann aber doch ganz viel, die Armee rückt nach, beteiligte und unbeteiligte Menschen sterben (mit ausdrücklicher Schuld auf beiden Seiten),  Touristen stornieren, buchen um und/oder fliehen aus der Stadt, Hotels und Restaurants müssen schließen, Shoppingmalls ebenfalls (im schlimmsten Fall fangen sie irgendwann an zu brennen), die Börse brennt, die Wirtschaft liegt lahm, der Baht-Kurs rast in den Keller. Ein Teil des Volkes genervt vom roten Stress, ein anderer Teil vom gelben, ein riesiger Teil von allem. Politiker, die sich nicht trauen, richtig hart durchzugreifen, andere Politiker, die aus dem Off erst einen Bürgerkrieg heraufbeschwören und dann sagen, sie hätten damit nichts zu tun. Dann die Eskalation, noch mehr Menschen sterben – und mit Verlaub, das waren meine Meinung nach wirklich wenige, wenn man sich überlegt, wieviele Menschen hätten sterben können. Ausgangssperren in Bangkok, in vielen weiteren Provinzen, die Menschen unsicher, ob das jetzt nur der Anfang war, weil nach dem Durchgriff des Militärs plötzlich ein paar Extrem-Protestler richtig durchdrehen. Die Stadt brennt. Aber igendwie beruhigt es sich innerhalb kürzester Zeit.

Und dann kommt das:

Bangkok Cleaning Day, 05.23.2010 – ich weiß schon, warum ich das Land, die Stadt und vor allem die Menschen so liebe..

Alle rotten sich zusammen, schnappen sich Besen, Tüten, Schwämme, wasauchimmer und fangen an aufzuräumen. Sie tragen gemeinsam den Müll weg, den andere hinterlassen haben, putzen zusammen den Ruß weg, den andere mit ihren Feuern verursacht haben, versuchen auch augenscheinlich wieder für Ordnung zu sorgen. Eine Woche nach:

„I am still ok. Just need to plan and be careful a lot in case of going out.
If it is getting worse, I will keep update u.
It´s like living in the war .. hahaha
Everything can happen every second.
Exciting life ever.“

Nicht nur psychologisch betrachtet ist das der absolute Hammer. Kann sich so manche andere Nation eine Scheibe von abschneiden.


Drei, vier, Tip, zusammentanzen, Tip

Done. Der Liebste und ich kommen gerade bronzefarben aus der Tanzschule und haben den dritten Kurs auch hinter uns gebracht. Eigentlich hätten wir direkt nach dem Anfängerkurs, den wir nur wegen unserer Hochzeit belegt haben, wieder aufhören können, aber man hat hier ja sonst nix zu tun und deswegen haben wir schön brav jeden Kurs, der sich uns geboten hat, mitgemacht. Erst Anfänger, dann Fortgeschritten, dann Bronze, als nächstes Silber, dann Gold, Supergold und ab dann treffen wir uns wahrscheinlich mit den ganzen Deppen hier jeden Sonntag zum Tanztee.

Bis heute haben wir es geschafft, zu keiner der seltsamen Tanzparties oder Bälle zu gehen. Das wird sich auch sicherlich nicht ändern, mehr als einen Abend in der Woche muss ich diese Menschen, die zu 50% keinen Bock haben und zu 50% total verbissen sind, nicht sehen. Geredet haben wir mit dem Fred Astaire-Nachwuchs auch noch nicht mehr als einen geraden Satz, was nebenbei bemerkt nicht an unserem Unwillen liegt, sondern daran, dass Menschen ohne badischen Dialekt hier einfach nicht dazu gehören. Und das merkt man eben nach einem Satz.

Besonders ins Herz geschlossen in diesem Kurs habe ich den Sechser-Pärchen-Swingerclub, der meistens aber nur zu viert auftaucht. Wann immer unser – allerdings sehr cooler – Tanzlehrer eine Dame zum zeigen braucht: eine von den beiden ist immer da. Ganz sicher. Wären sie heute Schüler einer 6. Klasse egal welcher Schule – sie würden von den coolen Kindern fertig gemacht werden. Spiegelstreber der allerfeinsten Sorte, ich weiß nur nicht, was sie immer im Spiegel sehen, was sie so sicher macht. Ihre Agilität ist es jedenfalls nicht, aber sie wissen auf jeden Fall, wann welcher Schritt gemacht werden muss. In den Pausen beruhigen Sie ihre Atmung, trinken Wein und quatschen den Lehrer voll; stellen ernstgemeinte Fragen á la „Woran merke ich als Frau denn, dass da eine Promenade kommt?“ Nicht, dass er das nicht vorher 1.5 Stunden lang erklärt und den 15 übrigen an ausgerechnet der Fragenstellerin demonstriert hätte. Dieses Quartett Terrible tauscht auch regelmäßig untereinander die Partner, damit man sich gar nicht erst an den eigenen gewöhnt. Macht unheimlich viel Sinn, sich alle 30 Minuten auf eine neue Schrittlänge einzustellen, aber nun – beim Weihnachtsball reißen sie sicherlich auch irgendwelchen arglosen Frauen deren Tanzpartner aus der Hand – macht man ja so. Vielleicht liegts aber auch daran, dass einer der Herren, der aus mir unerklärlichen Gründen immer neben uns tanzt, offenbar eine Deodorant-Allergie zu haben scheint, was die Gesamtsituation in einem Kellerraum ohne Abluft immer etwas anstrengend macht.

Im Übrigen sind wir die einzigen, die darüber lachen, wenn sie sich vertanzt haben. Und je nach Tanz passiert das sehr häufig, dieser Disco Fox und ich – das passt einfach nicht. Und wir lachen laut, ja, ich würde sogar sagen, wir kringeln uns manchmal vor lachen. Das findet abgesehen von unserem Tanzlehrer eigentlich niemand witzig, eher nervig. Bei den anderen läuft das auch meistens nonverbal über angedeutete Handgelenksfrakturen ab, die schon mal bei einem Wutausbruch entstehen können.

Der Liebste und ich haben zu allem Unglück auch noch etwas unterschiedliche Präferenzen – er der feurige Latino, dem kein lateinamerikanischer Tanz zu kompliziert ist. Gut, erklären wir jetzt mal der Einfachheit halber Samba zu Standard. Ich, die laaaangweilige Standard-Tante, die lieber aufrecht und auf Tuchfühlung tanzt und dabei große Schritte, ausladende Drehungen und weniger Cha Cha Cha macht. Mambo jetzt mal außen vor. Dieses Ungleichgewicht kollidiert vor allem beim Disco-Kotz, den ich schon nach zwei Takten boykottiere und mich absichtlich dumm anstelle, während er sich in seine Salsa-Zeiten zurückversetzt sieht und richtig aufdreht.

Nun gut. Jetzt haben wir Pause. Bis Januar. Mal gucken, wer uns dann unsere Freizeit hier versüßt.


King of Vicequeen

Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Ich glaube, wir wurden verfilmt:

Noch etwas exemplarischer für unsere Dialoge:


Identitätenwechsel in Zahlen

5 Minuten lang die neue Unterschrift geübt. 3 DIN A4-Seiten vollgekritzelt. Eine ausgesucht. 5 Euro bezahlt. 7x neue Position im Fotoautomaten eingenommen. Einmal bestätigt. 60 Sekunden auf die Fotos gewartet. Beim Amt 2 Fotos abgegeben. 6 Minuten gewartet. Solange 20 mal auf einem Post it die Unterschrift gefestigt. 2 Zettel kontrolliert, 30 Sekunden überwunden, 2 Unterschriften und zwei Fingerabdrücke abgegeben. 2 neue Ausweisdokumente bestellt. 67 Euro bezahlt. Jetzt noch knapp 8 Wochen warten. Dann habe ich einen neuen Nachnamen.


Nur Taktik. Nicht ernstgemeint.

„Duuuuu, also wenn ich so dick, moppelig, kugelig, fett, mollig, pummelig und rund wäre wie du, würde ICH an deiner Stelle den griechischen Joghurt mit Honig, der da noch im Kühlschrank steht, nicht mehr essen..“

„Ähm Baby – du hast schon gesehen, dass ich dir Mousse au Chocolat gekauft habe und du jetzt nicht um den restlichen Joghurt kämpfen musst, oder??“

„Oh.. Ups. Das äh, war jetzt.. Nur Taktik, nicht ernstgemeint“

TZE.


Achtung, Achtung!

Das muss ich jetzt mal eben kurz für die digitale Ewigkeit festhalten:

*räusper*

ICH habe heute Herrn Keine-Frau-schlägt-mich-im-Trivial-Pursuit Blabbermouth im Trivial Pursuit besiegt! Es war ein wirklich sehr anstrengender Kampf und anschließend bin ich dafür mehr als bösartig gequält worden. Hätte er damit noch fünf Minuten länger weitergemacht, hätten unsere Nachbarn sicherlich die Polizei gerufen. Das tut aber nichts zur Sache, Fakt ist:

ICH HABE GEWONNEN. Punkt.   .