Zahnärzte sind ja irgendwie Angstobjekt. Und deren Equipment. Früher hat mir dieser Haken Angst gemacht, dieses gebogene Stück Metall an einem Griff, von dem man immer glaubt, dass der Zahnarzt es in besonders tiefe, schmerzende Stellen im Zahn schieben muss, wofür ist es denn sonst da? Heute sag ich nur: Vitalitätstest (Eisspray auf Wattekügelchen) und Druckluft. Der pure Horror. Traumatische Erlebnisse gab es auch in meiner Zahnarzthistorie. Aber ich hatte danach eine super Zahnärztin, die die schmerzhaften Fehler ihres Kollegen glattgebügelt hat und mit viel Geduld und Lidocain dafür gesorgt hat, dass aus mir keine hysterische Zahnarzt-Phobikerin wurde. Deswegen gehe ich auch immer guter Dinge zum Arzt, allerdings auch nur, wenn was ist. Und es ist selten was. Wenn man wegen einer kleinen kariösen Stelle am Zahn zum Arzt geht, rechnet man ja auch eigentlich nicht damit, dass man anschließend knapp vier Wochen dermaßen starke Schmerzen hat, dass man fast verrückt wird.
Die Stelle war im Prinzip klein genug, als dass man es noch einigermaßen problemlos wegbohren und mit einem Inlay deckeln könnte, leider war die Fläche, die dann aber weggebohrt werden müsste, groß genug, dass im Prinzip nicht mehr viel Zahn zwischen Füllung und Nerv lag. Das könne dazu führen, dass man eine Wurzelbehandlung machen müsse, hieß es. Aber im Großteil der Fälle ginge das gut und bevor wir den Zahn töten, versuchen wir es erst mal so, meinte er. Soweit ja kein Problem und wenn man mich mit genug Betäubungsmittel zudröhnt, bin auch auch ziemlich entspannt, weil ich keine Angst vorm Zahnarzt habe. Der will mir ja schließlich helfen.
Bilde ich es mir eigentlich nur ein oder kommt im Moment erstaunlich viel Werbung für erstaunlich viele neue Sodbrennen-Bekämpfungsmittel? Neue Volkskrankheit? Hab ich was verpasst? Kann man sich dagegen nicht impfen lassen? Ich meine, wo wir doch schon mal dabei sind..
Ich plane den Start ins Wochenende. Währenddessen fällt mir ein: „Huch, Tag der deutschen Einheit. An einem Samstag.“ Also plane ich um. Gewitzt wie ich bin, schmiede ich einen neuen Plan, der mir meine Überlegenheit gegenüber der ganzen Welt um mich herum beweist: ich mache einfach ein klitzekleines Bisschen früher Feierabend und gehe dann direkt einkaufen. HA! Und ich plane, uns dieses Wochenende fast ausschließlich mit Kürbissen und thailändischem Essen am Leben zu halten. Kürbisse wurden schon vor zwei Wochen zwecks Deko und mit Nachreif-Vorhaben gekauft, thailändisches Essen verbietet mir, mich an einem Freitag vor einem Feiertag an einen von Anarchie überwältigten Ort wie einen Supermarkt zu gehen. Normalerweise.
Leider bin ich nicht mehr da, wo ich vor zwei Jahren noch war. Dort, wo der Asia-Supermarkt auch ein Supermarkt und nicht eine winzig kleine Bude ist, in der drei mehr oder weniger entzückende Thailänderinnen mir vertrautes, aber unverständliches Zeug vor sich hinbrabbeln und jedes Mal hektisch lächeln, wenn ich fragend in die Runde gucke. Dafür bekommt man hier auch schon mal einen Teller Pad Thai angeboten, wenn die Chefin genug gekocht hat und die Runde nicht auf den Stühlen hinter der Kasse den ohnehin schon sehr kleinen Laden noch kleiner macht, sondern wahlweise auf dem Boden oder irgendwelchen thailändisch oder vietnamesich beschrifteten Kisten sitzt und isst. Bei allem Charme fällt mir dann aber doch die mangels Platz und vielleicht auch mangels Nachfrage etwas eingeschränkte Auswahl an nicht-ausschließlich-thailändischer Ware auf, ich muss also doch in einen größeren Supermarkt, der mehr zu bieten hat.
Wieder da. Den wegen eines Jobtermins vorgezogenen Urlaub frühzeitig abgebrochen, weil das Wetter mit derartigem Regen für die Art von Urlaub irgendwie suboptimal war. Eine 5-Stunden-Tour mit 600 Höhenmetern neben einen Gletscher, eine 8-Stunden-Tour mit 1200 Höhenmetern, ein Seilbahnritt auf 3800 Meter Höhe, Muskelkater bis einschließlich heute und ein erschöpfter, aber glücklicher (allerdings seit gestern ob der Abreise irgendwie trauriger) Hund. Und ab Montag weht hier ein anderer Wind, nächstes Jahr gibts nämlich das Programm:

Muss man ja erstmal hinkommen. Konditionell und so. Der Jobtermin wurde übrigens auch verschoben. Und wie ich mein Glück kenne, gibts ab morgen, dem eigentlichen ersten Urlaubstag, eine Woche lang 30 Grad und immerblauen Himmel da oben.

..und ich kann jetzt gerade nicht sagen, dass ich mit der Gesamtsituation auf meinem Kopf zufrieden wäre. Hätte der Friseur gerade noch offen gehabt, hätte ich meine Haare innerhalb von zwei Stunden von mittedesrückenslang auf kinnkurz schneiden lassen. Mal gucken, ob sich meine Einstellung über Nacht noch ändert.
Nachtrag: es waren sogar 25. Aber ich glaub 5, 6 müssen noch.
NachNachtrag: Jetzt 30. Und gut.


